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Von Tamina Zaeske
In diesem Moment müsste ich eigentlich ein Essay fertigschrei- ben, für die anstehenden Klau- suren lernen, meinen Schreibtisch von benutzten Teetassen befreien und vielleicht irgendwann auch noch etwas essen. Ich behaupte, dass (fast) jeder mit dem Problem des Aufschiebens zu kämpfen hat, und wer nicht, behält es aus Furcht vor sozialer Ausgrenzung für sich. Dabei gibt es einen einfachen Trick. Was glaubt Ihr, warum ich dieses Editorial schreibe? Weil ich meinen inneren Schweinehund überwunden habe? Der grunzt mir nach wie vor quietschfidel ins Ohr. Stattdessen halte ich mich an den Ig-Nobel- preisträger John Perry: „Um hohe Ziele zu erreichen, arbeite stets an etwas Wichtigem, das Du benutzt, um Dich von etwas noch Wichtigerem abzulenken.“ Editorial statt Hausarbeit! Hausarbeit statt Familienbesuch! Um meine Rolle als nützliches Mitglied der Gesellschaft zu erfüllen, braucht es nicht mehr als ein wenig Selbstbetrug. Wenn also jemand von mir will, dass ich Klimaer- wärmung und Bankenkrise stoppe, werde ich ab sofort erstmal in Ruhe meine Teetassen wegräu- men. Irgendwo muss man ja anfangen.
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