Freier Redakteur
Studiengang: Deutsch und Spanisch auf Lehramt an der TU Dresden
Bei „ad rem“ seit: April 2009
Zur Sache: Bei meiner ersten Wochenkonferenz bei der „ad rem“ habe ich erstmal nichts verstanden. Selbst nach mehrsemestrigem Studium meiner Muttersprache und des Spanischen kam mir alles wie letzteres vor. Die Ressortleiter bewerfen sich dort in hastigen Stakkato-Sätzen gegenseitig mit rätselhaften Codewörtern (wer weiß schon was ein „Kieksel“ ist und was ein Foto „im Keller“ zu suchen hat?) und wer im falschen Augenblick zuckt, hat unverhofft eine aufwendige Recherche-Geschichte an der Backe kleben, die eigentlich schon gestern fertig sein sollte und für die man längst eine Karikatur hätte in Auftrag geben müssen…
Inzwischen weiß ich, dass ein „Kieksel“ eines dieser quadratisch-praktischen Mini-Fotos oben auf der Titelseite ist, dass ein „Keller“-Foto sich im unteren Bereich einer Zeitungsseite befindet … Trotz nahezu unentgeltlicher Recherchearbeit (das monatliche Autorenhonorar beläuft sich in etwa auf die durchschnittliche Taschengeldvergütung eines Unterstufen-Schülerzeitungsredakteurs) bin ich dann doch dabeigeblieben. Warum? Weil es letztlich Spaß macht, sich mit kritischem Blick in Hochschulpolitisches reinzufuchsen und Widersprüchen nachzuspüren. Plötzlich kommt ein renommierter Hochglanz-Hochschulvergleich recht matt daher und hinter dem Regierungs-Neusprech „Angleichung von Lehrerstellen plus Qualitätszuschlag“ steht am Ende doch ein fettes Minus, nämlich Stellenabbau und Qualitätsverlust. Wenn es mir dann noch gelingt, das Ganze in kompakter und ansprechender Form rüberzubringen, und dabei (im Gegensatz zu manch anderer Zeitung auf dem Campus) mehr als eine Sichtweise aufzuzeigen, bin ich schon ganz zufrieden, und sehe der nächsten Konferenz entspannt entgegen.




