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Von Florian Schumann
Alles hat seine Zeit: Gerade ist der Rhabarber dran. Überall werden die Stangen angepriesen, Rezept- vorschläge förmlich in den Ein- kaufswagen geworfen, ein Ange- bot jagt das Nächste. Schließlich gibt’s das Gemüse nicht immer. Zum Glück, werden einige denken. Er hätte dort bleiben können, wo er herkommt, in der Himalaya- region nämlich. Roh ist Rhabarber ungenießbar; Oxalsäure greift die Zähne an und geht wortwörtlich an die Nieren. Die tödliche Dosis des heimtückischen Gewächses liegt bei zehn Kilogramm. Und versucht man, ihn zu bezwingen und kulinarisch aufzubereiten, blüht Frustration auf: Gefühlte drei Tüten Zucker müssen geopfert werden, bis die Stangen den Esser nicht mehr das Gesicht verziehen lassen. Kocht man ihn dann, wird er schnell zu weich und hinterlässt seine Fasern wie der ähnlich teuflische Spargel zwi- schen den Zähnen. Obwohl es schwer vorzustellen ist, muss es in Deutschland irgendwo jemanden geben, der so viel Rhabarber isst, dass der hierzulande weiterhin angebaut wird. Einzige Hoffnung: Die Saison endet am 24. Juni. Zeit wird es.
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