24. April 2011
Posted by Franziska Lange under
ad rem | Tags:
Görlitz,
Kulturhauptstadt |
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„Essen mit mehr Polen als Görlitz“
Der Europastadt bleibt nach dem Vizekulturtitel nur Hoffnung auf eine grenzenlose Zukunft

Mangels Geld jüngste Geschichte: Das Görlitzer Historienspiel mit bis zu 300 Laiendarstellern und 800 Besuchern pro Tag auf der großen Bühne auf dem historischen Untermarkt wurde nach sechs Jahrgängen beerdigt. 2011 wartet nun normale Sommerbespielung des Musiktheaters per „Weißes Rößl“ im Hof der Kulturbrauerei. Foto: Andreas Herrmann
Von Andreas Herrmann
In Görlitz ticken nicht nur große Uhren anders: Auch manche Dekaden beginnen eher und enden schneller – so wie die „Kulturstadtdekade 2010–2020“.
Diese umfasste nicht nur originellerweise den Zeitraum von elf Jahren, sondern fand schon vor dem Start ihr leises Ende – ohne große Diskussion in Stadt und Presse. Aber konkrete Projekte gab es eh nur zwei: „Da haben uns einfach die Tatsachen eingeholt“, bedauert der Görlitzer Kulturbürgermeister Michael Wieler die Lage am Ende des Jahres, welches für die Stadt in die Historie hätte eingehen können: Die binationale Kommune mit der doppelten Randlage, die sich am Europatag 1998 zur Europastadt proklamierte, wollte kontinentale Kulturhauptstadt werden – so wie Westberlin 1988 und Weimar 1999, als die Bundesrepublik jeweils an der Reihe war. Sie bewarb sich 2001 als allererste, ließ 14 der 16 deutschen Kontrahenten hinter sich und scheiterte erst in Brüssel an Essen, welches für „Ruhr.2010“ schnell noch 52 andere Städte der näheren Umgebung ins Boot holte. (more…)