Die TU Dresden bekommt zu wenig Mittel für ihre Studenten

Von Anja Hilliger

Trotz Finanzsorgen und Stellenkürzungen hofft die TU Dresden auf einen exzellenten Status.

Derzeit sind rund 36 500 Studenten an der TU Dresden immatrikuliert. So viele wie noch nie. Dennoch müssen wahrscheinlich Studiengänge gestrichen werden – das Geld ist knapp. Das berichtete zumindest die Sächsische Zeitung (SZ) am vergangenen Freitag. Die TU stehe im Vergleich zu anderen deutschen Universitäten finanziell schlechter da. Der Senat habe bereits in seiner letzten Sitzung eine dramatische Unterfinanzierung von etwa 50 Millionen Euro pro Jahr angemahnt. (weiterlesen…)

Eingereichte Anträge katapultieren die TU Dresden in die letzte Runde im Exzellenzrennen

Von Nicole Laube

Die spannende Phase der Exzellenzinitiative hat begonnen. Zum 1. September hat die TU Dresden ihre Vollanträge eingereicht. Bis zum Juni heißt es nun hoffen.

Neun Universitäten in Deutschland dürfen sich momentan als Exzellenzunis bezeichnen. Zwölf sollen es im kommenden Jahr sein. Insgesamt 16 Unis kämpfen nun in der zweiten Förderphase der Exzellenzinitiative um den Titel und Fördersümmchen für die Spitzenforschung. (weiterlesen…)

Dresdens Lange Nacht der Wissenschaften steht im Zeichen der Exzellenzinitiative – prophil dresden sorgt mit einem Quiz für Spaß

Von Anja Zimmermann

Dresdens Lange Nacht der Wissenschaften steht im Zeichen der Exzellenzinitiative – prophil dresden sorgt mit einem Quiz für Spaß.

Welches stumme Verhütungsmittel gab einer kommunikationswissenschaft-lichen Theorie ihren Namen? Solche und andere Fragen erwarten die Teilnehmer beim diesjährigen Großen Quiz der Geisteswissenschaften zur Langen Nacht der Wissenschaften am Freitag (1.7., 19 Uhr und 21 Uhr). (weiterlesen…)

Neuigkeiten in Sachen Spitzenforschung: Sachsens größte Hochschule hofft auf Exzellenz

Von Nicole Laube

Die TU Dresden ist in Sachen Exzellenz zwar wieder einen Schritt weiter, aber noch lange nicht am Ziel ihrer Träume angekommen.

Eine geheimnisvolle Atmosphäre wehte an jenem Mittwoch Anfang März hinter heruntergelassenen Jalousien im Rektorat der TU Dresden. (weiterlesen…)

Technische Universität Dresden ist der Exzellenz ein Stück näher

Von Nicole Laube

Die TU Dresden ist dem Titel „Exzellenzuniversität“ ein kleines Stück näher gekommen. Am Mittwoch verkündeten Vertreter der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrates auf einer Pressekonferenz in Bonn, welche deutschen Universitäten in die zweite Phase des bundesweiten Exzellenzwettbewerbs vorgerückt sind. Die TU Dresden konnte dabei mit der Antragsskizze zu ihrem Zukunftskonzept, dem „Dresden concept“, punkten. Sie gehört damit zu bundesweit sieben neuen Anwärtern auf den Titel „Exzellenzuniversität“. (weiterlesen…)

„ad rem“ lud Experten und fragte per Podiumsdiskussion nach der Zukunft der TU Dresden

Von Nicole Laube

 

Bekommt die TU Dresden als Exzellenzuni einen Platz an der deutschen Hochschulspitze, oder wird sie vorher vom sächsischen Finanzloch verschluckt?

Die gute Nachricht zuerst: Um den sächsischen Haushalt ist es gar nicht so schlecht bestellt, wie den Bürgern gemeinhin berichtet wird. Das stellte die ehemalige Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) bei der Podiumsdiskussion „Exzellenz oder Mittelmaß – Die TU Dresden im Jahr der Entscheidung“ in der vergangenen Woche klar. Das große Jammern erscheine ihr manchmal fast als vorbeugende Totschlagtaktik für kluge Investitionen in die Zukunft, sagte Stange den Gästen sinngemäß, die im Vortragssaal der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek den Argumentationen von fünf Experten aus Uni und Politik lauschten. Stange plädierte dafür, den demographischen Wandel zu nutzen. Schon im kommenden Wintersemester werden 40 Prozent weniger Abiturienten an die Hochschulen gehen als jetzt.

Durchhalten ist jetzt die Devise

Noch könne sich das niemand vorstellen, sagte Stange, aber wenn es jetzt gelinge durchzuhalten und die Gelder für Sachsens Hochschulen nicht herunterzusetzen, reguliere sich der Druck bald von selbst. Neben Stange hatte die Hochschulzeitung „ad rem“ zusammen mit dem Förderverein der Philosophischen Fakultät PROPHIL und der StudentenStiftung Dresden auch den Noch-Rektor der TU Dresden, Prof. Hermann Kokenge, Prof. Ursula Schaefer, den Geschäftsführer des Studentenrates (StuRa) der TU, Steven Seiffert, und Dr. Ronald Werner, Abteilungsleiter Hochschulen im SMWK, auf das Podium geladen.

Während Geisteswissenschaftlerin Schaefer in der fast dreistündigen Diskussion vor allem auf die Defizite der Dresdner Lehramtsausbildung und die vor morbidem Charme strahlenden Räumlichkeiten ihrer Fakultät auf der Zeunerstraße aufmerksam machte, warb Rektor Kokenge einmal mehr für Exzellenz. Schließlich dränge die Zeit, denn ob es eine weitere Exzellenzrunde geben werde, stehe in den Sternen, sagte der Rektor.

Seine Forderung nach idealen Betreuungsverhältnissen in der Lehre kam zudem fast schon utopisch daher. Die Prioritäten der TU Dresden müssten auf der Lehre liegen. Die Abbrecherquoten seien ein Riesenproblem, Brückenkurse zu Studienbeginn müssten ausgebaut und die Studenten in den ersten Studienjahren individueller gefördert werden. Das sei allerdings nur erreichbar mit besseren Betreuungsverhältnissen, sprich: Mehr Lehrpersonal. „Wir sind am Limit“, schloss der Rektor sein mahnendes Plädoyer gegen Stellenabbau und weitere Kürzungen.

Fehlende Vision für die Hochschulzukunft

So wurde deutlicher denn je, dass die Zukunftsplanung ohne eine verbindliche Linie seitens des Wissenschaftsministeriums – beispielsweise durch eine Vereinbarung zwischen Land und Hochschulen – äußerst schwierig werde. Diese, an den Vertreter des Ministeriums gewandte Kritik, blieb leider ohne Antwort.

Anstatt konstruktiv zu diskutieren, verwirrte sich Dr. Werner eher im nebulösen Lamentieren. Einen Hinweis auf eine mögliche Vision des Landes in Sachen Hochschulen blieb er schuldig. Souveräner vertrat dagegen Steven Seiffert vom StuRa die Studentenschaft. Er scheute auch kritische Töne zur Exzellenzinitiative nicht, verpasste aber die Chance zu sagen, was die Studentenschaft ganz konkret von der Politik fordert. Zusammen mit den Gästen wurde später am Abend mehrfach das so genannte finanzielle Gießkannen- mit dem inhaltlichen Rasenmäherprinzip gegeneinander abgewogen. Bis schließlich im Plenum die viel sagende Frage aufkam: Was spricht denn eigentlich dagegen, gutes Mittelmaß anstatt halbe Exzellenz anzustreben? Was sei denn so schlimm daran, als gut aufgestellter Aufsteiger in der zweiten Liga zu spielen? „Ganz einfach“, sagte Stange, „das Spiel ist vorbei“. Es gilt jetzt, in der dritten und letzten Exzellenzrunde, zu punkten.  Und da war es dann auch wieder: Das liebe Geld.

Zum Foto: Die Meinungen sind gespalten bei der „ad rem“-Podiumsdiskussion.
Foto: Amac Garbe

Noch mehr Hintergründe zur Exzellenziniative hört Ihr hier auf der Homepage des  Campusradio

Debattensplitter.*

Auf das Argument des Ministeriumsvertreters Dr. Ronald Werner, die Hochschulen müssten attraktiver werden, entgegnete Prof. Ursula Schaefer mit einer Anekdote aus ihrem Alltag: Wenn sie mit Gästen auf dem Weg Richtung Institutsgebäude Zeunerstraße 1a–e unterwegs sei, sei sie oft geneigt, sie vor dem Anblick des Gebäudes zu warnen. „Es ist ein Unterschied, ob man in einer Stadtuni mit Gebäuden aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert lehrt oder in diesen Wellblechhütten“, sagte Schaefer.

Prof. Ursula Schaefer redete sich in Rage und mahnte, dass gute Lehre der Kern jeder Exzellenz sei. In der Hitze des Wortgefechts vertauschte sie die Wörter und wetterte gegen die „Intelligenzinitiative“.

Das elanvolle Statement der ehemaligen Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange für eine solide Ausfinanzierung der Hochschulen fasste Moderator, Journalist Michael Bartsch, mit den Worten zusammen: „War das etwa der Beitrag einer Ex-Wissenschaftsministerin, die sich für einen Rektor-Posten bewirbt?“

Aufgebracht sprach der Studentenratsvertreter, Law-in-Context-Student Steven Seiffert, über die aus seiner Sicht mangelhafte Kommunikation der Hochschulleitung im Rahmen der Exzellenzbewerbung. Seinen Appell richtete er an Rektor Kokenge, der allerdings blickte stur geradeaus und reagierte nicht.

„Exzellenz in der Forschung geht, salopp gesagt, über Köpfe“, redete Rektor Prof. Hermann Kokenge Klartext. Um dem Dilemma zu entgehen, schlug er ein auf Forschung basierendes Studium vor, denn die Exzellenzgelder des Bundes dürfen zwar nicht für Lehre an sich, wohl aber für „forschungsbasierte Lehre“ verwendet werden. Dieser Passus sei ein Hintertürchen, sagte Ex-Ministerin Dr. Eva-Maria Stange, der rege genutzt werden müsse.

Notizen: Franziska Lange
Fotos: Amac Garbe

* eine kleine Auswahl an Anekdoten, die der Podiumsdiskussion „Exzellenz oder Mittelmaß? – Die TU Dresden im Jahr der Entscheidung“ entsprangen

Achtung, Meinung.

Von Felix Prautzsch

Wahrlich: Exzellent war nicht alles, was der interessierte Teilnehmer an diesem Abend zu hören bekam. Wie Mittelmaß entsteht, das konnte dafür der Regierungsvertreter eindrucksvoll verständlich machen – indem man sich zu nichts Ganzem und nichts Halbem entscheiden kann. Wie das SMWK im „Jahr der Entscheidung“ damit bestehen will, blieb aber trotz hartnäckiger Nachfragen auch aus dem Publikum leider unklar.

Podiumsdiskussionen stehen ja ohnehin in der Gefahr, dass belanglose Einzelreden ausgetauscht werden und sich alle zum Schluss der seichten Harmonie freuen. Glücklicherweise hatten nicht alle der fünf sogenannten Experten dieses Ziel. Die Ex-Ministerin zumindest bewies, dass man sich der Bildungspolitik durchaus mit Leidenschaft und Sachverstand widmen kann.

Und auch die Vertreter der Wellblechhütten-Fakultät stachen mit Witz und Angriffslust heraus: Geistige Exzellenz aus den Favelas der TU?

Foto: Amac Garbe

„ad rem“ lädt am heutigen Mittwoch (21. April, 19 Uhr) zur Podiumsdiskussion „Exzellenz oder Mittelmaß?“

Von Christine Reitmayer

Fünf Experten, drei Stunden Zeit, zahlreiche kritische Gäste und eine Frage: „Exzellenz oder Mittelmaß?“ Das ist die Mischung für den heutigen Mittwoch.

Im Jahr 2012 beginnt die zweite Förderphase der Exzellenzinitiative, die sich Bund und Länder stattliche 2,7 Milliarden Euro kosten lassen. Dieses Geld geht dann an die besten Unis des Landes. Doch wie wird man eine der besten Unis des Landes, und wie definiert man eigentlich „Eliteuniversität“?

Am heutigen Mittwochabend (21.4., 19 Uhr) findet im Vortragssaal der SLUB die Podiumsdiskussion statt, zu der die Hochschulzeitung „ad rem“, der Förderverein der Philosophischen Fakultät, PROPHIL, und die StudentenStiftung Dresden einladen. Auf dem Podest werden sich Rektor Prof. Hermann Kokenge, die ehemalige Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD), der Abteilungsleiter „Hochschulen“ im SMWK Dr. Ronald Werner, Akkreditierungsmitglied Prof. Ursula Schaefer und der Geschäftsführer für Hochschulpolitik des Studentenrats der TU Dresden, Steven Seiffert, die Ehre geben.

Doch 2010 stehen weit mehr Richtungsentscheidungen an, als nur Kurs auf die Eliteunilandschaft zu halten. Neben den Bemühungen, exzellent zu werden, darf schließlich auch nicht aus den Augen verloren werden, wie der gegenwärtige Standard erhalten bleiben kann. Und die Antwort auf diese Frage ist angesichts der alljährlichen Stellenkürzungen alles andere als trivial. (weiterlesen…)

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