Veröffentlicht am: 19. August 2010
Sushi statt Eintopf – „ad rem“ isst Mittag mit dem Rektor
Mit dem neuen Rektor in die Alte Mensa
Dresden. Vergangene Woche, Freitagmittag um zwölf, vor der Alten Mensa der TU Dresden. Die Hochschulzeitung „ad rem“ hat ein Date mit Hans Müller-Steinhagen, dem neuen Rektor der Universität. Er kommt direkt von einer wichtigen Besprechung und wirkt erstaunlich entspannt. Kaum zu glauben, dass der Mann in den vergangenen Wochen zwischen altem und neuem Job in Stuttgart und Dresden gependelt ist.
Der Umzug nach Elbflorenz war sein 18. erzählt er und hält stolz eine grüne Mensa-Card hoch. Wie sie funktioniere wisse er noch nicht, heute will er sie zum ersten Mal benutzen. Zeit zum Mittagessen nimmt sich seine Magnifizenz sonst nicht. Am Abend kocht schließlich seine Frau. Das Interview mit „ad rem“ ist also ein guter Anlass, die Mensa endlich kennenzulernen.
Anfangs noch unentschlossen und überrascht von so viel Angebot entdeckt er kalten Fisch. Zielstrebig lenkt Müller-Steinhagen in Richtung Sushi-Theke und nimmt sich ein Schälchen. Das muss er probieren! „Als ich noch Student war, gab es meist Eintopf“, staunt der Rektor über das edle Menüangebot. Die Fisch-Reis-Röllchen halten, was sie versprechen. Da werde er sich demnächst öfter in der Mensa unter Studenten mischen und seine Krawatte zur Mittagspause einfach einmal abnehmen.
Klingt irgendwie sympathisch für jemanden, dessen Lebenslauf durchaus dünkeltauglich wäre. Sympathiepunkte sammelt Müller-Steinhagen auch im anschließenden Interviewgespräch. Neben der Exzellenzinitiative wolle er zunächst die Strukturverbesserung der Uni angehen. Der direkte Kontakt zu Studenten sei ihm wichtig. Gern würde der neue Rektor sich öfter zu solchen Gesprächen treffen. Und übrigens: es täte ihm leid, wenn er immer soviel von den Ingenieuren rede. Da stecke er als Techniker halt einfach noch drin. Dass will er sich abgewöhnen, verspricht er. Die Volluni soll schließlich gestärkt werden. Daher habe er auch zwei Geisteswissenschaftler als Prorektoren ernannt – man glaubt es ihm. (nl)
Zum Foto: Rektor Prof. Hans Müller-Steinhagen während seines ersten „ad rem“-Interviews zu Sushi in der Alten Mensa.
Foto: Amac Garbe
Veröffentlicht am: 19. August 2010
Rektorat komplett
Staatsministerin bestellt Prof. Hans Müller-Steinhagen offiziell zum Rektor
Dresden. Jetzt ist es amtlich: Gestern bekam Hans Müller-Steinhagen von Sachsens Wissenschafts- und Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) die Bestellungsurkunde als neuer Rektor der TU Dresden überreicht (siehe Foto). Damit tritt er nun offiziell – und mit zwei Tagen Verspätung – das Führungsamt an Sachsens größter Universität an.
Ursprünglich sollte Müller-Steinhagen schon am 16. August offiziell bestellt werden, doch am Montag seien noch nicht alle erforderlichen Formalitäten zwischen Müller-Steinhagens bisherigem Arbeitgeber, das Land Baden-Württemberg, und dem Land Sachsen abschließend geklärt gewesen, erklärt die Pressestelle der TU.
Mit dem Amtsantritt des Rektors konnten nun auch die Prorektoren gewählt werden. Der Senat folgte dabei den Vorschlägen Müller-Steinhagens und wählte Prof. Ursula Schaefer zur Prorektorin für Bildung, Prof. Karl Lenz zum Prorektoren für Universitätsplanung und Prof. Gerhard Rödel zum Prorektoren für Wissenschaft. Der Kanzler der TU Dresden, Wolf-Eckhard Wormser, komplettiert das Rektorat.
Die feierliche Amtseinführung des Rektors wird erst am 18. November 2010 im Rahmen eines Festaktes stattfinden. (fl)
Um sich vorzustellen, lud Prof. Hans Müller-Steinhagen im Juli zur Antrittsvorlesung mit dem Thema „DESERTEC: Strom aus der Wüste für eine Klima und Ressourcen schonende Energieversorgung Europas“. Hier geht’s zur Aufzeichnung des Vortrags …
Veröffentlicht am: 16. Juni 2010
Raumfahrtforscher an der Spitze
Prof. Hans Müller-Steinhagen ist der neue Rektor der TU Dresden
Dresden. Prof. Hans Müller-Steinhagen ist der neue Rektor der größten Hochschule im Freistaat Sachsen. Er wurde heute vom Erweiterten Senat der TU Dresden für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt und löst Prof. Herrmann Kokenge ab, der der Universität zwei Mal drei Jahre vorstand. Neben Prof. Müller-Steinhagen kandidierten der bisherige Prorektor der TU Dresden, Prof. Karl Lenz, und Prof. Gerhard P. Fettweis, der den Dresdner Vodafone-Stiftungslehrstuhl für Mobile Nachrichtensysteme leitet.
Bisher lehrte der 54-jährige Professor für Thermodynamik am Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) der Stuttgarter Universität und war Direktor des Institutes für Thermodynamik und Wärmetechnik an derselben Uni. Das Rektorenamt wird er nach Auskunft der TU Dresden allerdings erst antreten, wenn die erforderlichen Formalitäten mit dem Land Baden-Württemberg, dem DLR sowie dem Freistaat Sachsen geklärt sind.
Zunächst wolle Prof. Steinhagen sich um die Zusammenstellung des Rektorats kümmern, heißt es aus der Pressestelle der TU Dresden. Des Weiteren sei es sein vorrangiges Ziel, die Leitung und Verwaltung der Universität effizienter zu gestalten und die Bewerbung der Uni bei der Exzellenzintitative voranzutreiben. Außerdem sehe er in der nationalen und internationalen Positionierung und Vernetzung der Hochschule ebenso wie im Aufbau eines weitreichenden Alumni-Netzwerkes die vorerst wichtigsten Aufgaben. (fl)
Veröffentlicht am: 9. Juni 2010
Rektorkandidaten stehen fest
Drei Professoren kandidieren für das Rektoramt an der TU Dresden
Dresden. Ein Soziologe, ein Elektrotechniker oder ein Verfahrenstechniker – aber keine Frau. Die Rektorwahl an der TU Dresden entscheidet sich zwischen dem derzeitigen Prorektor für Bildung, Prof. Karl Lenz, Prof. Gerhard P. Fettweis und Prof. Hans Müller-Steinhagen. Auf diese vom Hochschulrat vorgeschlagenen Kandidaten hat sich der Senat der Uni in seiner heutigen Sitzung geeinigt. Der Erweiterte Senat wird nun am 16. Juni aus den drei Vorschlägen den neuen Rektor der größten sächsischen Hochschule wählen und damit die zweite Amtszeit von Nochrektor Prof. Hermann Kokenge (Foto: PR) beenden. (fl)
Die drei Kandidaten stellen sich den Studenten und Angehörigen der TU Dresden jeweils im Hörsaal 04 des Hörsaalzentrums (Bergstraße 64) vor:
- Prof. Karl Lenz am Freitag (11.6., 17 bis 18.30 Uhr)
- Prof. Hans Müller-Steinhagen am Samstag (12.6., 9 bis 10.30 Uhr)
- Prof. Gerhard P. Fettweis am Samstag (12.6., 10.30 bis 12 Uhr)
Veröffentlicht am: 7. Juni 2010
Rektorwahl nun doch nicht eher
Akademische Mitarbeiter und Studentenvertreter verhindern vorzeitige Wahl
Dresden. Der neue Rektor der TU Dresden soll nun doch erst am 16. Juni gewählt werden, heißt es aus dem Erweiterten Senat. In der vergangenen Woche hatte der Hochschulrat beschlossen, die Wahl um eine Woche vorzuverlegen. Sowohl die akademischen Mitarbeiter als auch die studentischen Senatoren und der Studentenrat hatten diese Terminverlegung kritisiert.
In der Sitzung des Senats am Mittwoch (9.6.) soll nun voraussichtlich die Wahlliste beschlossen und eine Woche darauf die oder der neue Rektor der größten Hochschule in Sachsen gewählt werden. Trotz der Dringlichkeit, veröffentlichte die TU Dresden die Termine noch nicht. Auf der Homepage der Uni sind bisher nur veraltete Ankündigungen zu finden. Auch die Pressestelle gab dazu keine Auskunft. (fl)
Netzinfos: Zum Senat auf der Homepage der TU Dresden …
veröffentlicht am: 3. Juni 2010
Rektorkandidaten werden nicht bekannt gegeben
Studentenrat kritisiert das Verfahren
Dresden. Die Rektorwahl an der TU Dresden wurde um eine Woche vorverlegt und die Kandidatenliste verabschiedet. Wer kandidiert, verrät die Uni nicht. Das sind die Ergebnisse der Sitzung des Hochschulrates der TU Dresden am Mittwoch. Die Kandidaten nicht öffentlich zu diskutieren sei untragbar, kritisiert der hochschulpolitische Geschäftsführer des Studentenrates der TU Dresden, Steven Seiffert. „Bei der Rektorwahl mit Gesichtsverlust zu argumentieren, scheint eher ein Totschlagargument zu sein, um sich dem Diskurs zu entziehen. Von einer Person, die ernsthaft vorhat, diesen Posten zu übernehmen, kann durchaus erwartet werden, auch in die Öffentlichkeit zu treten“.
Der amtierende Rektor Prof. Hermann Kokenge (Foto: Amac Garbe/Archiv) darf nicht für eine erneute, seine dritte, Amtszeit zur Wahl antreten. Das hatte das Sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit Blick auf das im Januar 2009 in Kraft getretene Sächsische Hochschulgesetz entschieden. Das neue Gesetz sieht nur zwei Legislaturperioden zu je fünf Jahren für den Rektor vor. Der erst im Mai dieses Jahres konstituierte Hochschulrat ist laut sächsischem Hochschulgesetz mit der Erstellung eines Vorschlags für die Rektorwahl betraut. (fl)
Netzinfos: Das neue Sächsische Hochschulgesetz regelt das Verfahren zur Rektorwahl.
veröffentlicht in „ad rem“ 07.2010 vom: 14. April 2010
Das Ringen um die Spitze
Rektor Kokenge nach verbissenem Kampf vom Ministerium geext
Von Nicole Laube
Hermann Kokenge ist seit 2003 Rektor der TU Dresden. Nach sieben Jahren muss der Landschaftsarchitekt das Rektorat nun verlassen. Ein Rückblick.
Hermann Kokenges Zeit an der TU Dresden war gerade so lang wie ein gemütliches Magisterstudium – nur weniger gemütlich. Im Juli 2003 zum neuen Rektor gewählt, löste Kokenge seinen Vorgänger Achim Mehlhorn zum Wintersemester ab. Was dann kam, ist schnell erzählt: Unter dem Motto der stärkeren Profilierung sollten die „Leuchttürme“ der Universität fortan gefördert, Kompetenzen gebündelt und das Drittmittelvolumen erhöht werden. Der erste bundesweite Exzellenzwettbewerb stellte die Ergebnisse dieser Bemühungen auf die Probe. Zwar nicht gänzlich erfolglos, aber ohne Titel ging die Universität daraus hervor.
Während die Studenten in den Hörsälen mit den Folgen der Bologna-Reform rangen, bemühte sich die Uni weiter um einen Platz an der Spitze. Dabei betonte Rektor Kokenge immer, dass die Volluniversität erhalten und die Lehre verbessert werden muss. Letzteres notfalls mittels Studiengebühren.
Das war zu viel: Bei der Rektorwahl 2006 wurde Kokenge vom Konzil zunächst nicht im Amt bestätigt. Er trat zurück und später doch wieder an. Die Kanzlersuche und die hitzigen Diskussionen um das neue Hochschulgesetz dürften ihm fortan wohl schlaflose Nächte beschert haben. Doch ab 2009 steuerte seine Magnifizenz wieder mehr denn je in Richtung Exzellenz.
Obwohl die Finanzierung dieses Projektes bis heute auf wackeligen Beinen steht: Kokenge gab nie auf. Bis das Wissenschaftsministerium den Rektor in diesem März 2010 per Beschluss („ad rem“ berichtete) quasi exmatrikulierte.
Zum Foto: Hermann Kokenge kann auf eine ereignisreiche Zeit als Rektor der TU Dresden zurückblicken. Vor drei Jahren wollte ihn das damalige Konzil abwählen, jetzt setzte das Wissenschaftsministerium seiner Amtszeit ein Ende.
Foto: Amac Garbe
veröffentlicht in „ad rem“ 06.2010 vom: 7. April 2010
Engpass an der Hochschulspitze
Der Rektor der TU Dresden Prof. Hermann Kokenge darf nicht zur Wiederwahl antreten
Von Christine Reitmayer
Prof. Hermann Kokenges letztes Amtsstündlein hat geschlagen – jedenfalls als Rektor der TU Dresden.
Anlässlich der anstehenden Rektorwahl wurde im Sächsischen Wissenschaftsministerium (SMWK) geprüft, ob Prof. Hermann Kokenge erneut kandidieren darf. Nach monatelanger juristischer Prüfung wurde nun festgestellt: drei ist mehr als zwei!
Nach dem bis Dezember 2008 gültigen, alten Hochschulgesetz durfte der Rektor einer sächsischen Hochschule drei Amtszeiten von jeweils drei Jahren auf dem Chefsessel sitzen. Seit Januar 2009 gilt aber landesweit das neue Hochschulgesetz, welches für das Oberhaupt der Hochschule nur noch zwei Amtszeiten, allerdings von je fünf Jahren, vorsieht. Nimmt man also die Anzahl der Amtsjahre als Maßstab, hätte Kokenge ein weiteres Mal wiedergewählt werden können, jedoch nicht nach der Anzahl der Wiederwahlen.
Kurz vor knapp
Das SMWK vermeldete nun vergangene Woche, dass eine weitere Amtszeit für Kokenge nicht möglich sei. Mit dieser Entscheidung hat man sich im Wissenschaftsministerium allerdings bis fünf vor zwölf Zeit gelassen, da die Bewerbungsfrist für die Rektorstelle am 31. März endete. Am selben Tag wollte man sich in der Pressestelle der TU jedoch noch nicht dazu äußern, ob und wie viele Bewerbungen bereits eingegangen sind, da die Bewerbungsfrist ja noch laufen würde. Kurz nach der Entscheidung des SMWK äußerte sich der scheidende Rektor bereits öffentlich, dass er auf ein schnelles Procedere hoffe: „Ich wünsche mir sehr, dass die Rektorwahl nun schnell realisiert wird, damit die Vorbereitungen der TU Dresden in der Exzellenzinitiative kontinuierlich fortgesetzt werden können“.
Späte Huldigung
Auch der Studentenrat (StuRa) der TU hat bereits ein erstes Resümee der vergangenen gemeinsamen Jahre mit Kokenge verlauten lassen. Nahezu schwärmerisch stellt er fest: „Rektor und Studentenrat können auf eine jahrelange, konstruktive Zusammenarbeit zurückblicken. Besonders sein Engagement im Zusammenhang mit den Hörsaalbesetzungen war vorbildlich.“ Michael Moschke, Geschäftsführer für Hochschulpolitik im StuRa, hofft daher, dass die neue Universitätsleitung die Studierenden mindestens genauso gut unterstützen werde wie bisher. Nach der lang ersehnten Entscheidung aus dem SMWK ist vor der Rektorwahl allerdings noch eine weitere Hürde zu nehmen: die Einberufung des Hochschulrats.
Dem Hochschulrat kommt bei der Wahl des Rektors eine entscheidende Rolle zu, da er mit der Erstellung eines Vorschlags für die Wahl des Rektors betraut ist. Doch das besagte Gremium ist derzeit an der TU Dresden noch gar nicht existent! Momentan liegen die Vorschläge, der vom Senat benannten Hochschulratskandidaten noch beim SMWK – und warten auf ihre abschließende Berufung. Diese Entscheidung sollte noch vor dem Ende von Kokenges Amtszeit fallen, denn ohne Rat kein Rektor!
Zur Karikatur: Die Karten sind neu gemischt: Wer wird das neue Herzblatt an der Spitze der TU Dresden?
Karikatur: Norbert Scholz




26. November 2010 at 19:19
Verdammt! Ich liebe die Stadt an der Elbe. Immer den Besuch wert.