Veröffentlicht am: 12. Januar

Aller guten Dinge sind gar nicht drei

Drittfachregelung bleibt Masterlehramtsstudenten der TU Dresden vorerst verwehrt

Von Sabine Schmidt-Peter

Ein drittes Standbein ist nie verkehrt. Die Möglichkeiten, dieses zu erwerben, sind für die Lehramtsstudenten an der TU Dresden derzeit jedoch mehr als beschränkt.

Ein Drittfach studieren, das würde der eine oder andere Lehramtsstudent sicher ganz gern. Mit der Einführung des Bachelor- und Mastersystems ist das jedoch problematisch. Seit der Umstellung auf das zweistufige Studiensystem macht sich die Studentenvertretung des Zentrums für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung (ZLSB) für eine Drittfachregelung an der TU Dresden stark. Drei Jahre wurde sie damit vertröstet, dass es die Möglichkeit ein Drittfach zu studieren erst im Masterstudium geben wird.

Winter ohne Zusatzfach

Folglich hätte diese nun zu Beginn dieses Wintersemesters gemeinsam mit dem neuen Masterstudiengang eingeführt werden müssen. Der Master kam, doch eine Drittfachregelung gibt es bis heute nicht. Für die Lehramtsanwärter hat das Folgen. „Studenten, die wie ich bereits den Master begonnen haben, rennt langsam die Zeit davon“, sagt eine Lehramtsstudentin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie studiert die Fächer Geschichte und Gemeinschaftskunde und kann nicht verstehen, wieso man sich an der TU Dresden mit einer Drittfachregelung so schwer tut. „Da mit Geschichte und Gemeinschaftskunde die Anzahl meiner Unterrichtsstunden begrenzt ist, wollte ich gern noch ein Drittfach studieren.“ Sie hoffte, durch ein Drittfach ihre Einstellungschancen zu verbessern, doch dafür wird die Zeit knapp.

„Aus diesem Grund haben wir in diesem Semester an verschiedenen Stellen versucht, die Sache anzuschieben“, erklärt David Jugel. Er ist der stellvertretende Sprecher des Fachschaftsrates Allgemeinbildende Schulen und Grundschulen. Ihm zufolge wandten sich die Studierenden sowohl an die Studienkommission Bachelor Allgemeinbildende Schulen und Master Gymnasium als auch an die Studienkommission der Philosophischen Fakultät, jedoch ohne großen Erfolg. „Das Problem ist, dass keiner richtig verantwortlich ist“, kommentiert Jugel. Neben zwei Fächern, den Praktika und den Bildungswissenschaften könne nicht auch noch ein Drittfach im ECTS-Rahmen von 300 Leistungspunkten untergebracht werden. „Die TU Dresden hat dafür einen Zertifikatkurs vorgeschlagen“, erklärt der geschäftsführende Direktor des ZLSB Prof. Wolfgang Melzer. Er sagt, dieses Konzept soll nach gegenwärtigem Stand auch umgesetzt werden.

Über das Wann erhielt die Geschäftsführung des ZLSB jedoch keine Angaben. „Derzeit bestehen zwei Hauptaufgaben, die im Interesse aller Studierenden Vorrang besitzen“, fährt Melzer fort. Eine schnellstmögliche Umstellung auf die Staatsexamensstudiengänge sowie die Anerkennung der Bachelor- und Masterlehramtsstudiengänge haben demnach erst einmal Priorität. Doch auch wenn es derzeit noch keine zentrale Reglung gibt, ist ein Drittfach im Einzelfall nicht völlig ausgeschlossen. Der stellvertretende Sprecher der Studentenvertretung des ZLSB, Burkhard Naumann, rät daher: „Am besten informiert man sich bei der jeweiligen Studienfachberatung. Die Prüfungsordnungen räumen ein, dass auf Antrag des Studierenden die Ergebnisse zusätzlicher Modulprüfungen ins Zeugnis aufgenommen werden.“ Das Nonplusultra ist das jedoch nicht, denn Naumanns Meinung nach müssen die Studierenden dabei stets auf den guten Willen der Zuständigen hoffen. Auch ist unklar, inwiefern die entsprechenden zusätzlichen Leistungen später im Beruf anerkannt werden.

Entmutigen will er trotz alledem nicht: „Aufgrund der aktuellen Schulpolitik kann ich allen Lehramtsstudierenden nur empfehlen, sich zusätzlich zu qualifizieren.“ An Sachsens Schulen werden derzeit Mangelfächer von Lehrkräften unterrichtet, die nicht mehr als einen Crashkurs für das Fach in Form einer Weiterbildung erhielten. „Es lohnt sich daher, bei den Fächern nachzuhaken, ob Drittfachmodule absolviert und in Form von einem Zertifikat und durch Ausweisung auf dem Zeugnis anerkannt werden können“, macht Naumann den angehenden Lehrern Mut.

Zur Kari: Auf das dritte Standbein müssen TU-Lehramtsstudenten nun doch verzichten.
Kari: Norbert Scholz

DRITTFACHÄRGERINFOS.

  • Am Donnerstag (13.1., 16.40 Uhr) lädt die Prorektorin für Bildung und Internationales an der TU Dresden, Prof. Ursula Schaefer, in den Mathematikhörsaal im Trefftz-Bau, um über den Stand der Reform der Lehrerbildung zu informieren.
  • Im Anschluss daran bittet der Fachschaftsrat Allgemeinbildende Schulen/Grundschule alle Lehramtsstudenten in denselben Hörsaal zur Vollversammlung, um aktuelle Probleme in der Lehrerausbildung zu diskutieren.



Veröffentlicht am: 1. September 2010

Master of Disaster

Die Masterplatzbewerbung kann zum Hindernislauf werden

Von Antje Schöne

Eine Sorge beschäftigt momentan viele Studenten: Bekomme ich nach dem Bachelor überhaupt einen Masterplatz?

Denn wie viele Masterplätze es gibt und wie viele Studenten einen solchen in Anspruch nehmen wollen, das ist eine Gleichung mit zwei Unbekannten. Aus Sorge vor überfüllten Kursen haben die deutschen Hochschulen einen wahren Hürdenlauf zum Masterplatz ins Leben gerufen.

Lydia Nieke, Bachelorstudentin für Germanistik und Kunstgeschichte an der TU Dresden, hat es fast hinter sich gebracht: „Ich habe mich bei acht Unis um einen Master beworben und mich dabei durch acht verschiedene Systeme kämpfen müssen.“ Dabei hat die 23-Jährige erfahren, dass die meisten Unis sowohl eine Online als auch eine schriftliche Bewerbung fordern. Manchen reicht ein Motivations- oder Empfehlungsschreiben, andere veranstalten Aufnahmetests.

Das große Problem ist, dass momentan jede Uni für die Auswahl ihrer Masterstudenten freie Hand erhält. Von einheitlichen Regelungen fehlt jede Spur. Nicht einmal die Bewerbungsfristen sind deutschlandweit gleich. Doch Lydia Nieke hat Glück, ihr scheint mittlerweile ein Platz an der Uni Tübingen sicher. Jetzt muss sie sich nur noch mit der Wohnungsfrage herumschlagen. Die Fristen für die Wohnheimplatzvergabe sind schon längst abgelaufen.

Vielen Studenten macht diese uneinheitliche Situation einen nahtlosen Übergang vom Bachelor zum Master unmöglich. In Zukunft soll das ein Online-Verfahren richten, das einen Überblick bietet, wo Masterplätze frei sind. Das mit 15 Millionen Euro vom Bund geförderte Programm soll allerdings erst ab Wintersemester 2011/2012 zum Einsatz kommen.

Problematischer sah es bei einer anderen TU-Studentin aus. Erst ein Gremium oder die Restplatzvergabe entscheiden, ob die Studentin weiterstudieren kann wie geplant. Aus Angst, dass diese Entscheidung beeinflusst wird, will sie ihren Namen vorerst nicht bekanntgeben. Ihre Bewerbung auf einen Masterplatz lehnte das Immatrikulationsamt der TU Dresden ab, da ihr eine Bescheinigung fehle. Ohne diese sei nicht nachvollziehbar, dass die Studentin 80 Prozent ihres Bachelorstudiums absolviert habe. Für diesen Nachweis liegen widersprüchliche Angaben über die Fristen vor. „Die Abgabe der Bewerbung sollte zum 15. Juli erfolgen, das habe ich getan“, sagt die Studentin, „für den 80-Prozent-Nachweis reicht laut TU-Webseite der 15. September aus.“ Diesen Termin habe ihr auch das Prüfungsamt bestätigt. Das Problem dabei ist, dass die Module so ungünstig gelegt seien, dass die Studentin bisher nur auf 79 Prozent der Leistungen komme. „Auch Vorkorrekturen bringen nichts, da das Prüfungsamt die Noten nicht gleich in das System einpflegt“, sagt sie erbost.

Dabei hat sie ihren Abschluss so gut wie in der Tasche und ist bereits in Frankreich. Dort hat sie einen Platz im Doppelmasterprogramm der TU Dresden in Kooperation mit der EM Straßburg bekommen. Der ist allerdings nur gültig, wenn sie für den Master angenommen wird.

Zur Kari: Der Weg zum Master ist voller Hindernisse …
Kari: Norbert Scholz



Veröffentlicht am: 21. Juli 2010

Lehrämter dürfen bleiben

An der TU Dresden kämpfen Lehramtsstudenten um Masterstudium

Von Jana Schäfer

Panik im Juni. Es hieß, dass Dresdner Lehramtsstudenten ihren Master ab kommendem Wintersemester in Leipzig beginnen müssten.

So lautete der Inhalt einer ungeschickt formulierten Pressemitteilung des sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Die Presse verstreute die unklare Meldung – daraufhin strömten viele E-Mails irritierter Lehramtsstudenten für Gymnasien und berufsbildende Schulen beim Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung (ZLSB) ein. Doch Burkhard Naumann, stellvetretender Sprecher des ZLSB, entwarnt: „Die beiden Studiengänge bleiben in Dresden!“

Diese Worte würden auch gerne die Studenten für Grund- und Mittelschullehramt hören, denn bei ihnen steht fest, dass sie den Master in Leipzig absolvieren werden (siehe die „ad rem“-Ausgaben 4, 5, 6 und 10.2010). Ist die Uni Leipzig bereit für den Studentenstrom? Vier Professuren am Institut für Grundschulpädagogik sind noch unbesetzt. Ein Problem von vielen. So demonstrieren die Studenten weiter, wie am 16. Juni mit dem Bündnis „Mehr Wert“ gegen die geplanten Geldkürzungen im Bildungssektor. Auch fanden sie Gehör bei der Staatlichen Kommission Lehrerbildung, die die Zukunft der Lehramtsausbildung für Grundschule plant. „Die Kabinettsitzung im August wird vielleicht beschließen, dass 2013 Grundschulpädagogen wieder in Dresden ausgebildet werden“, sagt Naumann mit großer Hoffnung.

Eine Veranstaltung informiert zum Lehramtsstudium in Leipzig am Donnerstag (22.7., 14 bis 17 Uhr, Potthoff-Bau Dresden, Hörsaal 81).

Netzinfos: http://www.zlsb.tu-dresden.de

Zum Foto: Studentenvertreter Burkhard Naumann gibt Entwarnung. Nicht alle Lehrämter müssen nach Leipzig.
Foto: Amac Garbe



Veröffentlicht am: 5. Mai 2010

Wenn das BAföG ausbleibt: Masterstudium mit Überraschung

BAföG-Ärger: Masterstudenten bekommen trotz Immatrikulationsbescheinigung kein Geld

Von Louisa Pagel

Wer während seines Bachelorstudiums BAföG bekommen hat, sollte dies auch während seiner Masteraus-bildung erhalten. Aber bitte nur, wenn das Bachelor-Zeugnis dem BAföG-Amt bis Studienbeginn vorliegt. Für Studenten, die mit einem Masterstudium nahtlos an ihren Bachelor anknüpfen wollen, lauert hier die Falle. Denn es könnte ihnen ergehen wie beispielsweise Joachim Bartels. Der 24-Jährige zog sein Bachelorstudium der Politikwissenschaften vorbildlich in sechs Semestern durch. Glücklich nahm er dann seine Bescheinigung zur vorbehaltlichen Immatrikulation zum Master entgegen und beantragte im Oktober 2008 BAföG. Der Antrag wurde abgelehnt. Mit der Begründung, dass der Antrag nicht vollständig sei, das Bachelorzeugnis fehle noch.
Nach dieser Überraschung legte Joachim Bartels Widerspruch ein. „Aber ich habe trotzdem fünf Monate kein BAföG erhalten“, erklärt Bartels. Erst im März des darauffolgenden Jahres, im zweiten Semester seines Masterstudiums der Politik und Verfassung, kam zusammen mit dem Zeugnis auch die Unterstützung vom Staat. „Eine Nachzahlung für die fünf Monate gab es nicht“, beklagt Bartels.

Ähnlich ist der Fall von Christin Kühne. Die 23-jährige Slavistikstudentin reichte ihren BAföG-Antrag pünktlich im Herbst des vergangenen Jahres ein, erhielt jedoch erst in diesem Februar die erste Zahlung: „Weil mein Bachelorzeugnis noch fehlte, wurde mir das BAföG nicht genehmigt.“ Auch ihr wurde nachträglich kein Geld gezahlt.

Für Joachim Bartels ist vor allem der Überraschungseffekt das Problem: „Viele Leute fangen mit dem Master-studium an und wissen nicht, dass sie eventuell kein Geld bekommen werden.“ Die Krux liegt jedoch im Prüfungsdatum und nicht am späten Zeugnis an sich. Der Masterstudiengang ist erst dann förderungsfähig, wenn die letzte Prüfungsleistung des Bachelorstudiums erbracht ist und darüber eine Bescheinigung vorliegt. „Wenn diese letzte Prüfungsleistung die Bachelorarbeit ist und beispielsweise nach der Immatrikulation unter Vorbehalt in den Masterstudiengang erst fertig gestellt oder noch verteidigt werden muss, besteht kein Förderungsanspruch“, erklärt Irene Meister vom BAföG-Amt in Dresden.

Es ist also genau darauf zu achten, dass dem Amt anhand einer Bescheinigung das Prüfungsdatum und nicht bloß das Ausstellungsdatum des Zeugnisses erkenntlich ist. „Selbst wenn das Zeugnis erst einige Zeit nach Beginn des Masterstudiums nachgereicht wird, aber ersichtlich ist, dass diese Prüfung bereits zuvor erfolgreich abgelegt wurde, kann es eine Nachzahlung geben“, erklärt die BAföG-Beraterin. Für Joachim Bartels kommt dieser Ratschlag zu spät: „Ich musste mir zur Überbrückung der Zeit ohne Unterstützung das Geld für meine Miete leihen.“

Zur Kari: Wer sich als frisch immatrikulierter Masterstudent BAföG erhofft, muss kämpfen.
Karikatur: Norbert Scholz

BAföGFAKTEN.

  • Neubeschluss: Dieses Jahr gibt es mehr BAföG. Das hat die Bundesregierung jüngst beschlossen. Zum kommenden Wintersemester werden die Bedarfssätze um zwei Prozent und die Freibeträge um drei Prozent erhöht. Gleichzeitig wird auch die Zahl der zu vergebenden Stipendien im Stipendienprogramm für Studenten mit herausragenden Leistungen um acht Prozent erhöht. Jedem Stipendiaten werden dann 300 Euro im Monat ausgezahlt. Das Geld hierzu wird zur Hälfte der Bund stellen, die andere Hälfte die Länder.
  • Kritik: Trotz der BAföG-Erhöhung hagelt es für Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) Kritik. So fordern unter anderem der Freie Zusammenschluss von StudentenInnenschaften und das Deutsche Studentenwerk (DSW) eine Breitenförderung und keine übermäßige Förderung von wenigen.
  • Sozialerhebung: Die Kritik fußt vor allem auf den Ergebnissen der 19. Sozialerhebung des DSW. Laut dieser werden immer weniger Studenten von ihren Eltern unterstützt und müssen selbst dazu verdienen. Außerdem müssen 26 Prozent der Studierenden mit weniger als dem BAföG-Höchstsatz von 648 Euro auskommen.



Veröffentlicht am: 5. Mai 2010

Protest trifft kühle Debatte

Studenten protestieren gegen alleinigen Lehrermaster in Leipzig

Von Jana Schäfer

Trotz Protest am vergangenen Mittwoch: Die Zukunft der Lehrerausbildung gestaltet das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) auf seine Weise. Es lärmt vor dem Sächsischen Landtag: Claudia Müller, Studentin für Grundschullehramt Deutsch und Ethik, bläst in die Trillerpfeife. Mit ihren Mitstreitern ruft die 19-Jährige zum Protest gegen die alleinige Einführung der Masterausbildung in Leipzig (siehe „ad rem“ 4, 5 und 6.2010) auf. Die Studierenden für Grund- und Mittelschullehramt wollen auf eine schlechtere, zentralisierte Ausbildung und zeitaufwendiges Pendeln zu anderen Praktikumsorten verzichten.  Claudia Müller blickt um sich. „Noch mehr Studenten hätten heute für ihre Forderungen eintreten können“, sagt sie, „trotzdem ist die Stimmung gut“.

Auf Minusgrade sinkt die hitzige Stimmung erst, als Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) spontan die Bühne betritt. Buhrufe branden auf. Die Ministerin spricht mit distanzierter Miene von Planungssicherheit für die kommenden zwei Jahre. Dafür sollen an der Uni Leipzig die nötigen Kapazitäten geschaffen werden. „Längerfristig ist eine Neustrukturierung der Lehramtsausbildung in den Bereichen geplant, wo erforderlich“, sagt Schorlemer. Einen Vorausblick auf nur zwei Jahre findet Müller zu wenig, die erst am Anfang ihres Studiums steht.

Unterrichtsausfälle drohen

Später am Nachmittag diskutiert der Sächsische Landtag die Anträge der Fraktionen Grüne und Linke, die sofortige Maßnahmen fordern und die Hochschulvereinbarung von 2003 hinterfragen. Der hochschulpolitische Sprecher der Grünenfraktion, Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, warnt vor dem Generationswechsel an den Schulen im Jahr 2015. Wird die Zahl der Lehrer bis dahin nicht verdoppelt, drohen Unterrichtsausfälle und große Klassen. Von Schorlemer hält dagegen. Noch in diesem Jahr werde ein Konzept vorgelegt. „Wir sind auf gutem Weg, was die Lehrerausbildung in Sachsen anbelangt“, versichert sie. Die Anträge im Landtag werden abgelehnt. Wie viel Geld die Uni Leipzig vom Ministerium bewilligt bekommt, wird derzeit entschieden.

Prof. Dr. Wolfgang Fach, Prorektor für Lehre und Studium an der Uni Leipzig, erhält Post von Studenten aus Dresden, die befürchten, in Leipzig vom Regen in die Traufe zu kommen: „Das, denke ich, ist nicht der Fall. In mancher Hinsicht sind wir wohl besser organisiert.“ Weniger rosig klingt seine allgemeine Einschätzung: „Das Studium ist an beiden Standorten nicht so gut, wie es sein sollte.“ Den Protest findet er wichtig, nur die Frage, ob Hunderte in Leipzig oder Dresden studieren, sei hochschulpolitisch irrelevant. Trotz abgelehnter Anträge sind die Studenten sich einig: sie kämpfen weiter!

Zum Foto: Beherzt bläst die angehende Grundschullehrerin Claudia Müller in die Trillerpfeife, um ihren Unmut kundzutun.
Foto: Amac Garbe

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