Für Euch archiviert
Auch wenn Filme von der Kinoleinwand verschwinden. In unserer „ad rem“-Filmdatenbank bleiben sie bewahrt – für Euch zum Nachstöbern in alphabetischer Sortierung.
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„Vater Morgana“ von Till Endemann (Kinostart: 16.12.2010)
Verschroben, überzogen und unglaubwürdig will Till Endemanns „Vater Morgana“ nicht so recht überzeugen.
Zwischen Krimikomödie, Romanze und Vater-Sohn-Drama hin- und hergerissen, stolpert der Streifen und mit ihm die gemütliche Hauptfigur Lutz (Christian Ulmen) immer dann von einem Schlamassel ins nächste, wenn Lutz’ Vater (Michael Gwisdek) quasi aus dem Nichts auftaucht. (FL)
„Vergebung“ von Daniel Alfredson (Kinostart: 3.6.2010)
Gefoltert, vergewaltigt und mehrfach angeschossen – die unmenschliche Quälerei der scheinbaren Antiheldin Lisbeth erreicht düstere Ausmaße.
Am Ende von „Verdammnis“ wurde Lisbeth Salander (beängstigend authentisch: Noomi Rapace) durch ihren skrupellosen Vater und ihren Halbbruder sogar lebendig begraben. Eigenhändig aus der kalten Erde befreit, bricht sie nun schließlich zusammen und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Widerwillig muss die wortkarge Lisbeth ihr Leben und ihre Freiheit in die Hände von Ärzten, Anwälten und die Gerechtigkeit legen. Denn sie steht im Mittelpunkt einer Verschwörung der Regierung, die die junge Frau erneut für geisteskrank erklären will, indem sie sie wegen mehrfachen Mordes anklagen. Nur der Journalist Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) glaubt an Lisbeths Unschuld und setzt alles daran, ihre manipulierte Vergangenheit zu entschlüsseln und die Intrigen der staatlichen Geheimorganisation zu enthüllen.
Mit „Vergebung“ endet nach „Verblendung“ und „Verdammnis“ die Bestseller-Trilogie des schwedischen Autors Stieg Larsson und trimmt damit die Handlung nochmal auf einen würdigen Höhepunkt. Auch (und vor allem) wenn man die Romane nicht verschlungen hat, lässt einen die Spannung des dritten Teils noch
mal die Fingernägel in den Kinosessel krallen. Denn Daniel Alfredson, der auch schon den Vorgänger inszenierte, verleiht dem Film zur komplexen Romanvorlage buchgetreu einnehmend düstere Bilder, die ganz ohne künstliche Nervenkitzelgewalt auskommen. Die ohnehin grausame Vergangenheit der Lisbeth Salander treibt die logische Handlungsfolge der Geschichte auf ein eindrucksvolles Finale. (CN)
„Verlobung auf Umwegen“ von Anand Tucker (Kinostart: 9.9.2010)
Anna (Amy Adams) sehnt sich nach einem Heiratsantrag. Während ihr Freund nach Dublin fliegt, erzählt ihr Vater, dass einer irischen Tradition zufolge Frauen ihren Männern am 29. Februar einen Antrag machen dürfen.
Anna setzt sich ins Flugzeug nach Dublin, das jedoch umgeleitet wird. Eine typische US-Romantikkomödie! (IS)
„Verrückt nach Dir“ von Nanette Burnstein (Kinostart: 2.9.2010)
Sommerlieben sind in der Regel eine sehr kurzfristige Angelegenheit: Ein Flirt, ein paar romantische Abende, dann folgt der unausweichliche Abschied. So in der Art hatten sich das auch Erin (Drew Barrymore) und Garrett (Justin Long) gedacht, als sie sich nach sechs leidenschaftlichen Wochen am New Yorker Flughafen endgültig Adieu sagen wollten. Da haben sie ihre Rechnung jedoch ohne Amor gemacht.
Auch gut gemeinten Ratschlägen der besten Freunde und Verwandten zum Trotz („Wer kann über mehrere Kilometer Distanz schon treu sein?“) flattern daher bald wilde SMS und E-Mail-Nachrichten zwischen New York City und San Francisco hin und her. Dabei könnte alles so einfach sein, wenn Erin doch nur den begehrten Job als Zeitungsredakteurin in New York ergattern könnte. Aber Fehlanzeige. Die Stellen sind rar und als Erin schließlich die lang ersehnte Redakteursstelle in San Francisco angeboten bekommt, ist das Gefühlschaos perfekt.
Nanette Burnstein bringt mit „Verrückt nach Dir“ eine spritzige Liebeskomödie auf die Leinwand, die von vergeblichen Telefonsexversuchen bis hin zu überteuerten Flügen nahezu jedes Fernbeziehungs-Klischee filmisch auskostet. Der Streifen mit dem englischen Originaltitel „Going the Distance“ macht dabei genau das, was eine gute Komödie soll: Einfach Spaß. – Ein dickes Kino-Muss, vor allem für jene, die selbst schon einmal in Fernbeziehung gelebt haben oder dies gerade tun. (NL)
„Von Menschen und Göttern“ von Xavier Beauvois (Kinostart: 16.12.2010)
Xavier Beauvois nimmt sich einer wahren Begebenheit an, die sich in der 1990er Jahre in Algerien zutrug: Neun französische Mönche leben viele Jahre in einem Kloster in den algerischen Bergen, in friedlicher Koexistenz mit dem islamischen Glauben – bis sie eines Tages die Gefahr durch radikale Rebellen vor die überlebenswichtige Frage stellt: Bleiben oder Gehen?
Eine spannende Geschichte, die sich zwei Stunden lang zum Finale quält und den Zuschauer unentwegt mit Mönchsgesängen drangsaliert. (AM)







