Für Euch archiviert
Auch wenn Filme von der Kinoleinwand verschwinden. In unserer „ad rem“-Filmdatenbank bleiben sie bewahrt – für Euch zum Nachstöbern in alphabetischer Sortierung.
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„La Lisière – Am Waldrand“ von Géraldine Bajard (Kinostart: 28.4.2011)
Ein junger Arzt zieht von Paris in eine Neubausiedlung und gerät dort in die Fänge einer Jugendgang.
François (Melvil Poupaud) ist ein junger ambitionierter Arzt in Paris, der von heute auf morgen seine Freundin, seine Familie und sein Zuhause verlässt, um in der französischen Provinz neu anzufangen. In der Neubausiedlung „Die Hügel von Beauval“, die direkt an einem Waldrand liegt, übernimmt François die medizinische Versorgung. Doch irgendwie hat er sich das Leben dort anders vorgestellt. Vor allem die hiesige Jugendclique um Cédric (Phénix Brossard) mit ihren seltsamen Ritualen und Mutproben, die geprägt sind von Verführung, subtiler Gewalt und Erniedrigung, machen ihm das Leben schwer. Bei den Mädchen, die den Anschein von kleinen Lolitas erwecken, löst der junge Arzt schwärmerische Fantasien aus. Die Jungs hingegen, ganz Macho, sehen in ihm eine Bedrohung ihrer Ordnung und provozieren ständig. Bis es zu einem Unfall kommt, der alles aus den Fugen gleiten lässt.
Géraldine Bajards „La Lisière – Am Waldrand“ ist düster, einsilbig und schemenhaft. Von Beginn an baut sie eine erstickende Atmosphäre auf, die auf eine drohende Katastrophe deutet. Als diese dann kommt, verpufft sie binnen Sekunden, ohne eine wirkliche Regung hervorzurufen. Das Spiel der Darsteller, aber auch die Dialoge sind derart bedeutungsschwanger, dass selbst der gewillteste Arthouse-Kenner nicht ohne Kopfschütteln auskommen wird.
Bajard deutet stets nur an. Nie klärt sie auf. Handlungsmotive bleiben im Dunkeln verborgen. So bleibt „La Lisière“ vage, unvollkommen und wenig ansprechend. (JKK)
„La nana – die Perle“ von Sebastián Silva (Kinostart: 17.6.2010)
Stumpfsinnig und herrschsüchtig. Raquel ist beides. Haushälterin seit über 23 Jahren, hasst und liebt sie die Familie zugleich.
Sie verteidigt „ihre“ Familie gegen jeden Neuankömmling und terrorisiert die Tochter des Hauses bei jeder Gelegenheit. Doch Raquel (erschreckend gut: Catalina Saavedra) ist nicht mehr die Jüngste, und das große Haus auf Dauer in Schuss zu halten, fällt ihr zunehmend schwerer. So kommt es, dass die Familie noch eine zweite Haushälterin einstellt. Aber das lässt sie sich nicht bieten und so vergrault die ersten beiden Haushälterinnen. Das Ganze geht so lange, bis eines Tages Lucy (Mariana Loyola) eingestellt wird. Die Konkurrentin Lucy ist so anders als Raquel. Sie ist lebenslustig, treibt Sport, hört Musik und trägt bequeme Kleidung. Und sie lässt sich von Raquel nichts gefallen. „La nana – Die Perle“ von Sebastián Silva ist ein typischer Festivalfilm. Leise und tiefgründig. Und doch wird er es schwer im Kino haben. Denn es ist keine leichte Kost, die Silva mit typisch spanischer Erzählweise einem vorsetzt.
Schmucklos und grau in grau entblättert sich ein Sozialdrama. Der Film besticht durch seine hervorragende Charakterstudie von Raquel. Er zeigt die Ausmaße absoluter Anpassung und Aufgabe der eigenen Persönlichkeit. Eine Haushälterin, die in jungen Jahren in eine Familie gekommen ist und sich selbst verloren hat. Frust, Abneigung und Erschöpfung prägen jede Szene. Kein Hoffnungsschimmer macht sich breit. Und doch ist das Ende verheißungsvoll. (JKK)
„Lachsfischen im Jemen“ von Lasse Hallström (Kinostart: 17.5.2012)
Eine groteske Idee, herrlich umgesetzt und mit feinem britischem Humor gekrönt: „Lachsfischen im Jemen“. Der Titel des Filmes klingt nach einer für Hobbyangler vielleicht sehr spannenden Dokumentation. Doch hinter „Lachsfischen im Jemen“ verbirgt sich nichts dergleichen, sondern das neueste Werk vom schwedischen Regisseur Lasse Hallström („Chocolat“).
Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama (Amr Waked), ein leidenschaftlicher Fliegenfischer, möchte in seinem Heimatland, dem Wüstenstaat Jemen, Lachse ansiedeln. Geld spielt dabei keine Rolle. Für Patricia Maxwell (Kristin Scott Thomas), die gewiefte PR-Beraterin des Premierministers, kommt diese Geschichte gerade recht, um von den schlechten Nachrichten aus dem Nahen Osten abzulenken. Dr. Alfred Jones (Ewan McGregor) ist ein Fachmann auf dem Gebiet der Lachszucht. Doch als ihm Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt), die Assistentin des Scheichs, mit dessen Idee konfrontiert, wiegelt er zunächst ab. Zu absurd erscheint ihm dieser Vorschlag. Erst als er Druck von Patricia Maxwell bekommt, lenkt er ein und findet alsbald Gefallen an dem Projekt und seiner entzückenden Partnerin.
Lasse Hallström hat mit Sicherheit schon bessere Filme gedreht. Die Liebesgeschichte in „Lachsfischen im Jemen“ ist vorprogrammiert, die internationale politische Ebene eher störend. Dennoch präsentiert der Streifen eine liebenswerte und durchaus originelle Geschichte. Der britische Humor – deshalb den Film unbedingt im Original anschauen – kommt dank der wunderbaren Seitenhiebe auf die britische Politik nicht zu kurz. (AM)
„Last Night“ von Massy Tadjedin (Kinostart: 30.12.2010)
Ein Moment genügt, um die Saat des Zweifels zu säen. Dies erfährt auch Joanna (Keira Knightley), als sie ihren Ehemann Michael (Sam Worthington) mit seiner neuen Kollegin Laura (Eva Mendes) beobachtet.
Kann sie sich seiner Treue sicher sein? Was geschieht, wenn sie plötzlich selbst in Versuchung gerät? Werden Joanna und Michael den Verlockungen widerstehen können? Eine Nacht entscheidet all diese Fragen und Regisseurin Massy Tadjedins lässt sich viel Zeit, diese ausgiebig zu beleuchten und mit schier endlos wirkenden Dialogen auszuschmücken – so dass „Last Night“ zu einer schweren Kost für den Zuschauer heran reift. (AM)
„Le Havre“ von Aki Kaurismäki (Kinostart: 8.9.2011)
Langsamer geht immer. Das dachte sich Finnlands Entdecker der Zeitlupe und schickt nach fünf Jahren mit „Le Havre“ einen echten Kaurismäki in die Kinos.
Nach einer Ewigkeit kehrt Regisseur Aki Kaurismäki Finnland den Rücken, um wieder außerhalb zu drehen. Endlich ist er zurück in Frankreich. Ein raues Küstenstädtchen, kratzbärtige Bewohner, gestärkte Kittelschürzen – und fertig sind seine 50er. Keiner der Schauspieler zeigt mehr Regungen als unbedingt nötig. An manchen Stellen scheint selbst ein Stummfilm beredter. Emotionen und Dialoge – das sind in diesem Kaurismäki wirklich zwei Paar Schuhe. Und das ist gut so.
„Le Havre“ wirkt ein bisschen wie stehengeblieben und ist doch aktuell wie nie. Der Film ist eine Hommage an die Entschleunigung. Da überrumpelt ein Container voller Flüchtlinge aus Gabun das karge Leben des abgehalfterten Bohemiens Marcel Marx (André Wilms) und bringt dessen Leben mit dem kleinen Idrissa (Blondin Miguel) aus den Fugen. Dem Jungen gelingt als einzigem die Flucht vor der Polizei. Bei Marx und dessen Frau Arletty (Kati Outinen) findet er Unterschlupf. Doch dann erkrankt Arletty schwer und das ganze Dorf springt ein. Kaurismäki verknüpft die aktuelle Situation der afrikanischen Flüchtlinge mit dem Alltag. All das reiht er derart stoisch aneinander, dass sich diese Ruhe festsetzt und überrascht. „Le Havre“ ist reduziert, intensiv und gerade deshalb bis zur letzten Sekunde eigentümlich spannend. (FL)
„Leb wohl, meine Königin“ von Benoît Jacquot (Kinostart: 31.5.2012)
Jemand hat den König geweckt. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich das Unerhörte. Jemand hat den König geweckt – unvorstellbar! Was bedeutet das? Rüttelt der Pöbel wirklich an den Toren von Versailles?
Die französische Monarchie steht kurz vor dem Kollaps. Ohnmächtig versucht der König zu retten, was zu retten ist. Mittendrin im Chaos befindet sich die zweite Vorleserin der Königin, Sidonie Laborde (Léa Seydoux). Sidonie hängt mit jugendlicher Naivität und Verliebtheit an jedem Wort von Marie Antoinette (Diane Kruger). Wie keine zweite beherrscht die „Österreicherin“ den königlichen Kosmos um Gunst, Macht und Neid, in dessen Dunstkreis Sidonie sich bewegt. Und so überrascht es nicht, dass sie der Königin zur Seite steht, wenn alle anderen das sinkende Schiff verlassen.
„Leb wohl, meine Königin“ ist beklemmend und doch faszinierend. Die Romanverfilmung taucht tief in den inneren Kreis der Monarchie ein und wagt den Blick auf die Französische Revolution, wie sie in Versailles wahrgenommen worden sein könnte. Völlig isoliert und fernab des „wahren“ Lebens, beinahe als Gefangene ihres eigenen Standes, hausen selbst die hochrangigsten Adeligen in winzigen Kaschemmen, nur um vielleicht mal einen Blick auf den König zu erhaschen. Wissen ist alles in diesen engen, stinkenden und von toten Ratten übersäten Räumlichkeiten. Dort gibt es weder Glanz noch Glamour. Das macht diesen Film so spannend. Zu sehen wie ein Wort, ein Satz wie „Jemand hat den König geweckt.“ Hunderte von Menschen aufschreckt und sogar in den Selbstmord treibt. Der Zuschauer sieht stets, was Sidonie sieht. Und das ist – vor allem bei der Königin – verstörend und berauschend zugleich. Denn sie wird wunderbar verletzlich, herrschsüchtig, hochmütig, aber auch sprunghaft in ihrem Wesen von Bambi-Preisträgerin Diane Kruger dargestellt. (JKK)
„Liebe Mauer“ von Peter Timm (Kinostart: 20.11.2009)
Franzi (Felicitas Woll) zieht 1989 nach West-Berlin, aufgrund ihres schmalen Studentenbudgets in einen Altbau mit Blick auf die Mauer.
Doch Augen hat sie bald nur noch für den Grenzsoldaten Sascha (Maxim Mehmet). Es entwickelt sich eine Ost-West-Romanze, von der auch die Stasi Wind bekommt. Die setzt Sascha derart unter Druck, dass der Ärmste letztlich zum Spitzel seiner eigenen Freundin wird. Als Franzi schließlich mit Saschas Jugendfreundin Uschi (Anna Fischer) nicht nur die Pässe, sondern auch die Identitäten tauscht, ist auch die CIA mit von der Partie und das Chaos perfekt.
Das könnte der Plot zu einer witzigen Verwechslungskomödie sein. „Liebe Mauer“ ist über weite Strecken aber einfach nur überzogen. Der leichte Tanz der „Sonnenallee“ zwischen Komik und Dramatik gelingt Regisseur Peter Timm („Go Trabi Go“) nicht. Er mutet seinem Film zuviel Geschichtsunterricht zu, die Protagonisten tollen auf sämtlichen Wendeherbst-Schauplätzen herum.
Eine Fehlbesetzung ist Felicitas Woll. Als „Lolle“ sollte sie heimisch sein in Berlin. In „Liebe Mauer“ wirkt sie einfach nur störend. Den Gammler-Parka samt Anarchiezeichen nimmt man ihr nicht ab. Für Stasileute, Volkspolizisten und Ost-Kellnerinnen hat sie immer einen frechen Spruch, geht damit aber dem Zuschauer auf die Nerven. Ein Lichtblick ist Thomas Thieme („Das Leben der Anderen“), der als Stasi-Major Kutzner gekonnt den Schurken mimt. (ML)
„Lila Lila“ von Alain Gsponer (Kinostart: 17.12.2009)
In seinem neuesten Streifen „Lila Lila“ gibt sich Daniel Brühl als Schriftsteller aus, nur um das Herz eines Mädchens zu erobern.
Mit der Verfilmung von Martin Suters Roman schrammt Regisseur Alain Gsponer nur knapp an einem belanglosen Geplapper vorbei. Leider bleiben sowohl die Schauspieler als auch das Drehbuch hinter den Erwartungen zurück. (JKK)
„Live aus Peepli – Irgendwo in Indien“ von Anusha Rizvi (Kinostart: 2.12.2010)
Problembewältigung auf Indisch: „Live aus Peepli“.
Zwischen 1997 und 2007 nahmen sich über 180 000 indische Bauern ihr Leben, jährlich kommen etwa 17 000 hinzu. In ihrem Film „Live aus Peepli – Irgendwo in Indien“ machen Regisseurin Anusha Rizvi und Produzent Aamir Khan („Lagaan“) auf diesen Missstand in ihrem Land aufmerksam und decken die Ursachen auf satirische Weise auf.
Natha (Omkar Das Manikpuri) ist ein normaler indischer Bauer: Er ist arm, raucht stets Marihuana und ist verschuldet. Als sein Land zwangsversteigert werden soll, wird ihm von seinem Umfeld nahegelegt, dass er sich doch umbringen solle. Dafür erhalte seine Familie von der Regierung eine Abfindung von 100 000 Rupien, etwa 1 600 Euro. Die Geldsorgen würden der Vergangenheit angehören. Natha ringt sich halbherzig zu dieser Entscheidung durch – doch zu seinem Unglück bekommt ein kleiner Provinzjournalist davon Wind und schon bald wird sein Dorf Peepli von einer Horde Reporter belagert. Ein absurdes Spektakel beginnt, in dem Natha zum Spielball machtgeiler Politiker, gieriger Großgrundbesitzer und sensationshaschender Medien wird.
Mit „Live aus Peepli“ zeigt die indische Filmindustrie ein anderes Gesicht, das die gängigen Klischees nicht bedient. Auch wenn der Film ganz nach Tradition bunt und laut ist, gibt es keinen romantischen Helden, sondern nur einen der Realität ohnmächtig gegenüberstehenden Tölpel. Der wird, wie fast der gesamte Cast, von einem filmunerfahrenen Theaterdarsteller gemimt – was keineswegs schadet. Und das Ende? Glücklich ist es nicht. Die Wirklichkeit kann so grausam sein. (AM)
„LOL“ von Lisa Azuelos (Kinostart: 27.8.2009)
War in „La Boum“ Sophie Marceau der pubertierende Teenager, sieht sie sich in „LOL“, fast 30 Jahre später, denselben Problemen gegenüber – allerdings als Mutter.
Französische Teenies und ihre Probleme: Amüsant und mit Herz von Lisa Azuelos inszeniert und definitiv für nichtmehr-pubertäres Publikum ein Vergnügen. (AM)
„London Boulevard“ von William Monahan (Kinostart: 1.12.2011)
William Monahan greift bei seinem Erstlingswerk „London Boulevard“ zum Gangstergenre. Erfahrung hat er, allerdings bisher nur als Drehbuchautor („Departed“).
Ex-Knacki Mitchel (Colin Farrell), gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen, will künftig ein anständiges Leben führen. Doch der kriminelle Untergrund von London will ihn nicht gehen lassen. Auch die Anstellung als Beschützer bei der bekannten Schauspielerin Charlotte (Keira Knightley) stürzt ihn nur noch tiefer in die Misere. Denn er verliebt sich und als er mit ihr ein neues Leben beginnen will, kommt es zum großen Showdown, der, getrieben vom pulsierenden Britpop-Sound der KASABIANS („The Green Fairy“), einen Strudel der Gewalt lostritt.
Die Geschichte von „London Boulevard“ ist zugegeben nicht sonderlich originell und so wäre der Film wahrscheinlich auch nur bloßer Durchschnitt. Wäre da nicht die geschickte Kameraführung von Chris Menges, der schräge Charakter von Charlottes Assistent Jordan (der eigentliche Star des Films: David Thewlis), der stets für einen Lacher gut ist, und der mitreißende Soundtrack, der „London Boulevard“ zu einem besonderen Hörerlebnis macht. Verantwortlich dafür ist Sergio Pizzorno. Der Gittarist und Sänger der KASABIANS orientierte sich vornehmlich am Sound der 60-er Jahre und lässt THE YARDBIRDS mit „Heart Full of Soul“, THE ROLLING STONES mit „Stray Cat Blues“ und THE BOXTOPS mit „The Letter“ ein Revival feiern und verleiht dem Film einen eleganten Retroschick. (AM)
„Looking for Eric“ von Ken Loach (Kinostart: 5.11.2009)
Wir alle versuchen auf unsere Art, jedem einzelnen Tag einen Sinn zu geben.
So ließe sich die Geschichte vom Postboten Eric Bishop (Steve Evets) in „Looking for Eric“ zusammenfassen. Sein Leben ist „im Arsch“, weil er die Vergangenheit und seine große Liebe Lilly (Stephanie Bishop) nicht vergessen kann und die Gegenwart über ihm zusammenbricht. Um Erics Leben wieder auf Vordermann zu bringen, steigt der alternde Fußballstar Eric Cantona (höchstselbst) als Psychocoach aus einem Poster.
Regisseur Ken Loach („It’s a free world“) und Paul Laverty ließen sich von einer alten Fangeschichte Cantonas inspirieren, aus der Laverty ein brillantes Drehbuch schrieb. Das strotzt vor klugen Dialogen und zu Fußballweisheiten avancierten Sprüchen. Der kleine und der große Eric arbeiten jointrauchend an der Vergangenheit und bemerken dabei kaum, daß die Gegenwart weiter aus den Fugen gerät. Am Ende gelingt ihnen nur mit Hilfe der „Aktion Cantona“, die verfahrene Situation zu retten.
Die Schauspieler lassen diese tragisch-komische Erzählung zu einem überzeugenden Plädoyer für die Hoffnung und das Lachen werden. Ganz nebenbei ist der Film eine Hommage an einen kantigen Fußballhelden und seine glorreiche Zeit bei „Manchester United“. (SM)
„Louise hires a contract killer“ von Benoît Delépine (Kinostart: 24.9.2009)
Zwei schrullige „Typen“ machen sich auf, den Bossen das Fürchten zu lehren. Wer in der französischen Provinz über Nacht einfach die Fabrik leerräumt und sich aus dem Staub macht, der muß damit rechnen, einen Profikiller auf den Hals gehetzt zu bekommen. Schräg! (NaF)
„Löwenkäfig“ von Pablo Trapero (Kinostart: 4.6.2009)
Blutverschmiert wacht Julia (Martina Gusman) eines Morgens in ihrer Wohnung auf.
Ihr Freund liegt schwer verletzt in der Küche und ihr Liebhaber tot im Wohnzimmer. Einer von beiden ist der Vater ihres ungeborenen Kindes. Julia landet im Gefängnis für Mütter und Schwangere und wartet dort auf ihren Prozeß. Während dieser Zeit bringt sie ihren Sohn Tomas zur Welt und beginnt eine Liebesbeziehung mit der zweifachen Mutter Marta. Als es Julias Mutter gelingt, Tomas aus dem Gefängnis zu holen, kennt Julia nur einen Gedanken: Sie will ihren Sohn zurück.
„Löwenkäfig“ ist für argentinische Verhältnisse eine Großproduktion, denn der Film wurde in einem echten Hochsicherheitsgefängnis mit tatsächlich Inhaftierten als Statisten gedreht. Und genau diese Mischung aus Spielfilm und lebensechter Kulisse macht Pablo Traperos Film so authentisch. Von Beginn an ist klar, daß es nicht darum geht, ob Julia Opfer oder Täterin ist. Es soll vor allem das Leben in einem argentinischen Gefängnis gezeigt werden.
Martina Gusman spielt ihre Rolle als Julia ausgezeichnet. Der Wandel von der jungen, leicht verwöhnten Tochter zur Mutter und angesehenen Insassin mit Einfluß ist äußerst glaubhaft dargestellt. Ihre Verzweiflung und ihr Kampf sind echt. Julia ist echt. Es ist kein düsteres und hoffnungsloses Bild, was Trapero zeichnet. Es die Wirklichkeit, doch mit einem kleinen Silberstreif am Horizont. Und einem Herzschlagende. (JKK)







