Besetzung nach Mensa-Aus

Foto: AHSchwere Krawalle erschütterten gestern Nacht das Dresdner Uni-Viertel. Grund ist die vom Freistaat Sachsen angekündigte Schließung der Neuen Mensa noch im Januar. Tausende Studenten halten seither das Gebäude besetzt.

Der Grund für die Ausschreitungen und die spontane Besetzung: Das Studentenwerk Dresden (SWD) will noch im Januar die sogenannte Neue Mensa an der Bergstraße wegen Baufälligkeit schließen lassen. Am Montag hatte sich der Freistaat von der Notwendigkeit eines schnellen Neubaus bis 2022 überzeugen lassen und die Schließung offiziell angekündigt. Noch am Abend wurde in der Bierstube, die seit dem Bau 1961 als das Herzstück der Neuen Mensa gilt, die Besetzung des gesamten Hauses beschlossen und alle Studenten aus den umliegenden Wohnheimen mit Freibier in die Mensa gelockt. Dort verbarrikadieren sich seitdem rund dreitausend Studenten, vor allem Stammkunden – also Philosophen, Juristen und Wirtschaftswissenschaftler.

TU sieht ihre Exzellenz gefährdet

Das Studentenwerk, das erst am Morgen von ausgesperrten Mitarbeitern davon erfuhr, wollte das Gebäude sofort von der Polizei räumen lassen. Das gelang aber nicht, weil ob des Lärmes und des Blaulichtes weitere Studenten aus dem Hörsaalzentrum über die Fußgängerbrücke dazuströmten. Die Polizei hat derweil einen weiten Absperrgürtel um die Kernuni gezogen und lässt nur Mitarbeiter durch.

Ein Uni-Sprecher zeigt sich entsetzt: „Das sind die schwersten Krawalle an der TU, seitdem sich im Dezember christliche Studenten dagegen wehrten, daß muslimische und brasilianische Studentinnen seitens des Akademischen Auslandsamtes von der gemeinsamen Weihnachtsparty ausgeladen wurden.“ Er appelliere dringend an den Freistaat und das Studentenwerk, die Neue Mensa samt Bierstube zu erhalten. Auch der Studentenrat zeigte sich ob der Ereignisse sprachlos: „Wir können nur hoffen, daß es bald einen Kompromiß gibt. Aber die Nahrungsvorräte in der Mensa reichen wohl locker bis Ostern.“

Der wahre Grund für die TU-Empörung, so erfuhr AD ACTA aus Rektoratsgreisen, sei aber ein anderer: Ohne Mensa verliere die TU sofort ihren Exzellenz-Status, habe der Wissenschaftsrat angedroht. Außerdem brauche die Uni-Leitung in der neueren Alten Mensa aufgrund des Ansturmes doppelt so lange wie bislang, so ein Hausmeister von der Mommsenstraße.

Zum Foto: Damit nicht weitere solidarische Studenten, vor allem aus Zwickau und Mittweida, zu den Mensa-Besetzern vordringen, sperrt die Polizei das Uni-Gelände weiträumig ab.
Foto: AH

Achtung, Satire … ;)
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