Wie es mit dem Semesterticket weitergeht
Studierende der HTW und der TU Dresden haben sich klar zum sachsenweiten Semesterticket bekannt. Im kommenden Sommersemester bleibt es ihnen noch erhalten. Was danach kommt, bleibt vorerst offen.
Selten wurde so deutlich Position bezogen: 20 025 Studenten der Dresdner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und der Technischen Universität Dresden folgten Ende Januar dem Aufruf ihrer Studentenräte und beteiligten sich an einer Umfrage zum sachsenweiten Semesterticket. Mit 49,3 Prozent war die Beteiligung damit deutlich höher als bei vergleichbaren Umfragen in der Vergangenheit. Doch nicht nur die hohe Teilnehmerzahl, sondern auch das Ergebnis dürfte bei den Studentenräten für Zufriedenheit gesorgt haben. 93 Prozent aller Teilnehmer sprachen sich für eine Beibehaltung des sachsenweiten Semestertickets in seiner derzeitigen Form aus.
Solidarprinzip in Gefahr
Anstehende Neuverhandlungen zwischen den Studentenräten und den Verkehrsbetrieben hatten die Studentenvertreter veranlasst, aktuelle Daten über die Nutzung des Semestertickets einzuholen. Die Neuverhandlungen waren nach dem Inkrafttreten des neuen Sächsischen Hochschulgesetzes Anfang des Jahres notwendig geworden. Dieses ermöglicht den Studierenden einen Austritt aus der verfassten Studierendenschaft. Infolgedessen müssen sie den Beitrag zur Studentenschaft, durch den unter anderem das Semesterticket finanziert wird, nicht mehr zahlen. Der Erwerb des Tickets ist damit ab dem Wintersemester jedem Studierenden freigestellt und eine Preiskalkulation gestaltet sich so in Zukunft schwierig („ad rem“ berichtete, siehe Ausgabe 2.2013 vom 16. Januar).
„Die hohe Beteiligung und vor allem die hohe Zustimmung von 93 Prozent für das Semesterticket ist ein klarer Auftrag für uns, alles zu tun, um als Studentenrat ein Semesterticket weiter anbieten zu können“, sagt André Lemme, Mitarbeiter im Referat Semesterticket des Studentenrates der TU Dresden. Nun sei es an den Verkehrsbetrieben, dem Studentenrat ein gutes Angebot zu machen. Denn ohne ein Semesterticket würden die Studierenden, das habe die Befragung ebenfalls gezeigt, weniger Bus und Bahn nutzen, sondern eher auf das Fahrrad oder das Auto umsteigen.
„Die DVB hat mit einem Semesterticket sichere und planbare Einnahmen. Man sollte nicht darauf spekulieren, dass die Studierenden sich teure Monatskarten kaufen“, gibt Lemme zu bedenken. Christian Schlemper, Pressesprecher des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO), betont, dass der VVO das derzeitige Modell im Solidarprinzip für das Beste halte. „Damit wird dem Umweltgedanken und den Bedürfnissen der Studierenden am besten Rechnung getragen“, führt Schlemper dazu aus. Gemeinsam mit allen Beteiligten sei man an einer Weiterführung der 20-jährigen Erfolgsgeschichte des Semestertickets interessiert.
Erste Gespräche zwischen den Verkehrsbetrieben und den Vertretern der Studierenden, des Studentenwerkes und der Hochschulen haben bereits stattgefunden. Für das kommende Sommersemester 2013 vereinbarten die Verantwortlichen einen Fortbestand des Tickets in seiner jetzigen Form. Wie es danach weitergeht, ist bisher unklar. Viel Zeit für Verhandlungen bleibt jedoch nicht, denn bis zum Beginn der Rückmeldung für das Wintersemester 2013/14 benötigt das Immatrikulationsamt die Beitragshöhe.
Zum Foto: André Lemme vom Studentenrat der TU Dresden setzt sich für das Semesterticket ein.
Foto: Amac Garbe

2. April 2013 at 11:28
Gesundes trägt sich von allein. Zwanghaftes und künstlich Protegiertes wird nur kurzfristig bestehen. Wenn es wirklich einen echten Beförderungsbedarf durch den ÖPNV gäbe, würden die Studenten weiterhin uneingeschränkt diesen Nutzen. So ist (war) es eben nur EINE Beförderungsmöglichkeit und es werden nun andere und preiswertere Beförderungsarten genutzt. Studenten sind ja nicht dumm.
9. März 2013 at 16:36
Es ist schon erschreckend wie wenig Aktionen von Seiten der Studierenden bisher erfolgt sind. Da nun die harten Fakten auf den Tisch liegen sollten die 93 % der Befürworter endlich mal darüber nachdenken aktiv auf die Politik zuzugehen und klarmachen das das Semesterticket in seiner derzeitigen Form als Standortvorteil für sächsische Hochschulen erhalten bleiben soll. Außerdem ist die Aushölung des Solidarprinzipes eine bedenkliche Entwicklung.
Nur durch öffentlichen Druck wird sich hier etwas bewegen und nicht mit ein paar Artikelchen in der Campuszeitung.
Deshalb,
MOBILMACHEN und PARAGRAPH 24 ZURÜCKDREHEN !
Unterschriften sammeln ! Wahlkreisbüros anschreiben !
SEMESTERTICKET ERHALTEN !