Auf nach Berlin!

Foto: Amac Garbe, ein-satz-zentrale.deVon Susanne Magister

Alle Welt strebt nach Berlin. Fünf Dresdner Kunststudenten wollen diese Sogwirkung nun zum Zwecke der (Dresdner) Kunst nutzen. Im September soll das PLURALPROJEKT in einem Kreuzberger Atelierhof Vernetzung und Öffentlichkeit schaffen und sucht dabei noch Mitstreiter. 

Die Idee zu dem großangelegten Projekt entstand im Laufe des vergangenen Jahres durch die gemeinsame Arbeit im Atelier, bei abendlichen Treffen in diversen Bars der Neustadt, beim Besuch von Ausstellungen und durch philosophische Diskussionen, erzählt Diana Wehmeier, eine der fünf Organisatoren. Die 27-Jährige studiert an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Malerei und Grafik im siebten Semester. Sie und ihre Mitstreiter haben beobachtet, dass sich die Fachgebiete immer weiter spezialisieren. Der Plan ist, dieser Verästelung einzelner Disziplinen eine reale Zusammenführung entgegenzusetzen. „Wir wollen den Zeitgeist mitgestalten“, erklärt sie selbstbewusst.

Konkret heißt das, dass das Team um Wehmeier eine gut geplante Plattform schaffen will. Das PLURALPROJEKT ist also in erster Linie keine Ausstellung, kein Kongress, keine Performance, keine Party. Es geht vorrangig um den Prozess. Die Macher stellten sich die Frage: Was geschieht, wenn weitgehend fremde Thematiken aufeinander treffen? „Auch wenn wir vieles vorher planen, wird es auch für uns eine spannende Herausforderung mit hoffentlich vielen erkenntnisreichen Überraschungen.“

Bildende Künstler, Musiker, Tänzer, Sportler, Schriftsteller, Philosophen und jedwede Kreative sollen vom 7. September bis zum 5. Oktober gemeinsam die Ateliers und Außenflächen in Berlin nutzen und zugleich in Interaktion mit dem Publikum treten. Bisher haben sich für das in Dresden initiierte Pilotprojekt, das bei Erfolg in anderen Städten eine Fortsetzung finden soll, bereits über 50 Kreative aller Sparten angemeldet.

Im Moment arbeitet das Organisationsteam an dem groben Programm und der Gliederung des Veranstaltungsmonats in Themen wie Transhumanismus, Natur und Materie, Unmittelbarkeit und Wirklichkeit. „Wir wollen nicht nur mit Menschen bei Facebook befreundet sein, sondern eine reale Vernetzung“, beschreibt Diana Wehmeier ihre Motivation. „Die modernen Medien bieten wunderbare Hilfsmittel, können aber die sinnliche Begegnung der Menschen untereinander nicht ersetzen“, ergänzt sie.

Wer das genauso sieht, sich einbringen will und Lust auf inspirierenden Austausch hat, der kann sich noch bis Ende Februar bei den Organisatoren des PLURALPROJEKTES melden. Sponsoren werden ebenfalls noch gesucht.

Netzinfos: pluralprojekt.wordpress.com

Zum Foto: Fünf Dresdner Kunststudenten wollen sich per PLURALPROJEKT mit anderen Kreativen vernetzen.
Foto: Amac Garbe

About these ads