Impressionen von Mahngang, Menschenkette und Blockaden

Mahngang Täterspuren, Foto: Juliane BötelVon Juliane Bötel

Mahngang Täterspuren. 

Gegen 12.30 Uhr hatten sich an die 2000 Menschen am Friedrich-List-Platz versammelt, um am Mahngang Täterspuren des Bündnisses Dresden Nazifrei teilzunehmen und ein Zeichen gegen das einseitige städtische Gedenken zu setzen. Die Teilnehmer zeigten deutlich, dass in Dresden kein Platz für Nazis ist. Anschließend wurde der erste Beitrag zur Erinnerung an die ehemalige Leitstelle der Gestapo verlesen. Diese befand sich in der heutigen Bayrischen Straße. Anschließend setzte sich der Demonstrationszug entlang der St.-Petersburger-Straße wieder in Bewegung. Die nächsten Stationen waren die Bürgerwiese und das Hygienemuseum. An letzterem sowie an dem sich anschließenden Stopp an der Synagoge wurden die Teilnehmer mit vielen Informationen zur Geschichte und mit wärmendem Tee versorgt. Immer wieder wies der Sprecher auch auf den Umgang der Stadt mit den Aktionen des Bündnisses hin.



Menschenkette.

Glockengeläut ertönte 18 Uhr und Tausende Dresdner und Gäste aus aller Welt reichten sich die Hände. Um „diesen 13. Februar zu einem Tag stiller, versöhnender Erinnerung und entschiedener Abwehr derer zu machen, die unser Gedenken an die Opfer des Krieges durch ihr Geschrei nach Revanche und Rache besudeln“, sagte Helma Orosz in ihrer Ansprache im Vorfeld der Menschenkette. Auch der Rektor der TU Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen, richtete einige Worte an die Menschen vor dem Rathaus. Alle Beiträge wurden simultan in Gebärdensprache präsentiert. Dann schwärmten etwa 10000 Menschen aus, um sich ihren Platz in der Menschenkette zu suchen. So setzten sie, wie Orosz betonte, „gemeinsam ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt!“



Gegenblockade Bündnis Dresden Nazifrei.

Auch das Bündnis Dresden Nazifrei war bei der Menschenkette präsent. Es verteilte unter anderem Flyer, die dazu aufriefen, nach dieser zum Pirnaischen Platz zu kommen. Von dort sollte es gemeinsam zum Straßburger Platz gehen. Dieser wurde schon von einigen Hundert Menschen blockiert. Bereits am Nachmittag begannen ungefähr 200 Menschen mit einer Blockade des Sachsenplatzes, dem eigentlichen Aufmarschort der Nazis. Daneben kam es im Verlauf des Abends zu Blockaden am Lennéplatz, auf der Parkstraße sowie auf der St.-Petersburger-Straße. Dort richteten sich die Menschen mit warmer Suppe und tanzbarer Musik auf einen längeren Aufenthalt ein. Doch so weit kamen die Nazis gar nicht. Eine Blockade am Hauptbahnhof sorgte dafür, dass sie sich von dort kaum wegbewegen konnten. Etwa 200 Nazis marschierten dann vom Haltepunkt Strehlen Richtung Lennéplatz, wo sie ebenfalls von einer Menschenblockade erwartet wurden. Damit war auch für diese Gruppe das Ende ihrer Reise erreicht. Gegen 21.15 Uhr begannen die Nazis am Hauptbahnhof schließlich, unverrichteter Dinge die Rückreise anzutreten – ohne auch nur einen Schritt weit ihre eigentliche Route verfolgt zu haben. Die Nazis am Lennéplatz wurden dann gegen 22.30 Uhr in Polizeibegleitung zum Bahnhof eskortiert und ein langer Tag ging für die Dresdner und die angereisten Unterstützer zu Ende.

Fotos: Juliane Bötel

About these ads