Mit Ultimate Frisbee durch den Sommer
Von Matthias Schöne
Wer am Strand Spielspaß mit Freunden und ohne Fouls sucht, für den ist Ultimate Frisbee genau das Richtige.
Schnell stürmt Carol Schmidt voran, sieht sich nach seinem Mitspieler um. Eine kleine Plastikscheibe wirbelt durch die Luft. Gekonnt fängt Schmidt sie in der Endzone und macht einen Punkt für seine Mannschaft.
Ultimate Frisbee wird auf einem halben Fußballfeld mit zwei Endzonen von je 18 Metern gespielt. Jede Mannschaft besteht aus sieben Spielern, und das scheinbar einfache Ziel ist es, sich die Frisbeescheibe zuzuwerfen und in die Endzone zu bringen. Der Werfer darf aber mit der Scheibe, bis auf einen kleinen Schritt, nicht laufen. „Der Sport ist sehr auf Fairness ausgelegt, kontaktfrei und es gibt keinen Schiedsrichter“, erklärt der 25-Jährige. Er ist am Universitätssportzentrum der TU Dresden für Ultimate Frisbee verantwortlich und gleichzeitig Physikstudent im vierten Semester.
Jeder Spieler muss also unbedingt die Spielregeln kennen, sagt er. Der verteidigende Spieler heißt Marker. Er darf nicht näher als eine Scheibenbreite an den Werfer herangehen, seine Beweglichkeit einschränken oder die Scheibe gar aus der Hand reißen. „Die Verteidigung hat es schon extrem schwer, weil man nur darauf reagieren kann, was die anderen machen, aber nicht selbst aktiv ist“, sagt Schmidt.
Eine kleine Erleichterung gibt es aber für die verteidigende Mannschaft doch: Es genügt, die Scheibe als Verteidiger auf den Boden zu schleudern, um selbst angreifen zu können. Hinzu kommt, dass der Werfer für seine Aktion nur zehn Sekunden Zeit hat, die vom Marker angezählt werden.
Punkte für die Fairness
Dass Fairness besonders wichtig ist, zeigen auch die Spirit-Punkte. Die Mannschaften bewerten sich nach dem Spiel je nach Fairness und Regelkenntnis des Gegners. „Am Ende des Turniers gibt es einen Preis für die Mannschaft, die den meisten Spirit gezeigt hat“, erläutert Schmidt.
Frisbee ist aber nicht nur etwas für Halle und Rasen, denn es gibt auch eine eigene Sommervariante für den Strand, mit eigenen Regeln und Meisterschaften: Beach Ultimate. Meist wird diese als Kleinfeldvariante fünf gegen fünf mit leicht abgeänderten Anwurfregeln gespielt. Für eine kleine Runde mit Freunden am Strand benötigt man aber nur ein wenig Platz, Markierungen und die Scheibe.
Wer regelmäßig spielen will, für den gibt es beim Unisport mehrere Gelegenheiten auf dem Hartplatz an der August-Bebel-Straße. Oder man tritt in den Verein Dresdener Deckel ein, dann mit besseren Trainingsbedingungen im Sommer auf dem Rasen beziehungsweise im Winter in der Halle am Ostragehege.
Netzinfos: www.drehstn-deckel.de; www.frisbeesportverband.de
Zum Foto: Auch am Elbufer kann man Ultimate Frisbee spielen.
Foto: Juliana Socher