Kompost für Kenia

Von Anja Zimmermann

TU-Studentin Anna-Sophie Strues engagiert sich im Dresdner Verein Akifra und half beim Bau von Komposttoiletten in einer Schule in Kenia.

Mit jeder Toilettenspülung verbrauchen wir jedes Mal circa vier Liter Wasser, und zwar gutes Trinkwasser. Eigentlich zu schade, um es die Toilette herunterzuspülen. Dieser Meinung ist Anna-Sophie Strues. Die 27-Jährige studiert an der TU Dresden im vierten Semester Abfallwirtschaft und Altlastensanierung.

Soziales Engagement dank Filmfest

Vor zwei Jahren besuchte sie das „Move it“-Filmfest des Dresdner Vereins Akifra. Die Gemeinschaft setzt sich für Kinder- und Frauenrechte in Kenia und Uganda ein. „Während der Veranstaltung kam ich mit der verantwortlichen Projektleiterin für Kenia ins Gespräch, und sie berichtete mir von den Problemen, die eine kenianische Schule mit der Wasserversorgung hat“, erzählt Strues. Der Vorschlag der Studentin, Komposttoiletten zu bauen, wurde von den Vereinsmitgliedern mit Begeisterung aufgenommen. „Während eines Auslandsaufenthalts in Neuseeland lernte ich dieses System kennen“, sagt sie.

Das Besondere: Komposttoiletten verbrauchen kein Wasser. Urin und Fäkalien werden in Thermokompostern gesammelt. Nach jedem Toilettengang muss man ein Asche-Sand-Gemisch oder Sägespäne auf das „Geschäft“ schütten, um Geruch und Feuchtigkeit zu entziehen. Nach circa einem Jahr verwandelt sich alles in brauchbaren Kompost. Damit profitieren die Einheimischen doppelt, denn Dünger ist in Afrika sehr teuer. Umgerechnet kosten 50 Kilogramm 20 Euro, so viel wie eine Erzieherin in einem Monat verdient.

Im Auftrag von Akifra reiste Anna-Sophie Strues im März 2011 nach Kenia, um die Frauengruppe, die die Schule betreut, bei der Organisation des Bauvorhabens zu unterstützen. Die Studentin verbrachte sechs Wochen in Kenia und half den Frauen, die kaum lesen und schreiben können, einen guten Handwerker zu finden. Nun besitzt die Schule zwei Komposttoiletten. „Es wird noch ungefähr ein halbes Jahr dauern, bis sie den Kompost verwenden können“, erklärt die Studentin. In Zukunft sollen noch sechs weitere Toiletten dazukommen.

Aufklärung über ansteckende Krankheiten

Den Verein Akifra gibt es seit 2002. Begonnen hatte alles mit einem bereits 1999 gestarteten Projekt gegen die weibliche Genitalverstümmelung in Kenia und Uganda. Inzwischen setzen sich die Mitglieder vor allem für die Aufklärung über AIDS und andere ansteckende Krankheiten ein. Anna-Sophie Strues möchte nach ihrem Studium beruflich im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit Fuß fassen. „Der Umgang mit Müll ist ein wichtiges Thema. Nach dem Studium würde ich gern nach Asien, speziell nach Indien, gehen“, sagt sie.

Netzinfos: www.akifra.org

Zum Foto:  Anna-Sophie Strues studiert an der TU Dresden Abfallwirtschaft und Altlastensanierung. Im Verein Akifra setzt sie sich für Kinder- und Frauenrechte in Kenia und Uganda ein. Ihre Idee, für eine Schule in Kenia Komposttoiletten zu bauen, wurde 2011 erstmals umgesetzt.
Foto: Amac Garbe

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