Hingucken und Schweigen brechen
Im Hörsaalzentrum der TU Dresden beginnt am Montag (9.7.) eine Bilderausstellung, die Opfer häuslicher Gewalt zeigt und Besucher damit sensibilisieren und ihnen Mut machen soll.
Wer in der nächsten Woche durch das Hörsaalzentrum der Technischen Universität Dresden geht, wird nicht nur Schönes zu sehen bekommen. Eine Bilderausstellung im Foyer will auf Opfer häuslicher Gewalt aufmerksam machen und informiert über Hilfsmöglichkeiten. Veranstalter der Ausstellung „Opfer“ ist der Verein Weisser Ring, der Menschen unterstützt, die Gewalt in der eigenen Familie erfahren.
Hilfe für Gewaltopfer durch den Weissen Ring
Alexandra Firl arbeitet seit anderthalb Jahren ehrenamtlich für den Opferschutzverein und kann erklären, was der Weisse Ring tut: „Geschädigte können bei uns anrufen und bekommen sowohl seelische als auch rechtliche Hilfe und Betreuung.“ Die 22-Jährige studiert im achten Semester Psychologie an der TU Dresden und hilft nebenbei momentan bei der Organisation der Ausstellung. „Damit wollen wir Besucher zum Hinschauen bewegen und auf häusliche Gewalt und unseren Verein aufmerksam machen“, sagt Firl.„Wir erhoffen uns, dass Opfer die Ausstellung sehen und den Mut finden, um Hilfe zu bitten. Es wird daher auch immer jemand vom Weissen Ring vor Ort sein, der Informationen geben kann“, ergänzt sie.
Ausgestellt sind vor allem Bilder von Kindern und Frauen, die am häufigsten unter Misshandlungen in der Familie leiden. Entwickelt wurden die Arbeiten von Studenten der Bauhaus-Universität Weimar, und seit einigen Jahren wandert die Ausstellung durch ganz Deutschland. Vom 9. bis zum 18. Juli ist sie nun an der Dresdner Universität zu sehen, begleitet von zwei Infoveranstaltungen.
Helfende Hände sucht auch der Verein
Am Dienstag (10.7., 18.30 Uhr) gibt es einen Themenabend zu „Trauma – verhindern, vermindern, verstehen“ und am Donnerstag (12.7., 18.30 Uhr) den Vortrag „Home sweet home – Gewalt in der Familie“. „Wer sich für unsere Arbeit interessiert, der soll uns auf jeden Fall ansprechen“, sagt Alexandra Firl abschließend und fügt hinzu: „Wir können jede helfende Hand gebrauchen.“
Netzinfos: www.weisser-ring.de
Zum Foto: Alexandra Firl studiert an der TU Dresden Psychologie und arbeitet ehrenamtlich beim Verein Weisser Ring, der sich für die Opfer häuslicher Gewalt einsetzt. Momentan organisiert sie die Ausstellung „Opfer“ im Hörsaalzentrum der TUD.
Foto: Amac Garbe
