Aus der Bahnfahrt-Flatrate für Zittauer und Görlitzer Studenten wird vorerst nichts
Von Anja Hilliger
Anfang Januar endete eine Abstimmung unter Studenten der Hochschule Zittau/Görlitz zur Einführung eines Semestertickets. Ergebnisse kann der Studentenrat der Hochschule nicht vorweisen.
Viele sächsische Hochschulen haben bereits ein Semesterticket. Die Hochschule Zittau/Görlitz wollte nun nachziehen. Eine entsprechende Befragung erfolgte auf Initiative des Studentenrates (StuRa) der Hochschule. Doch laut Sebastian Schwalbe vom StuRa ist die Abstimmung über die Einführung des Semestertickets aufgrund mehrerer Fehler ungültig und muss wiederholt werden. Was im Detail schiefgelaufen ist, dazu äußern er und seine StuRa-Mitstreiter sich nicht.
Dr. Jürgen Scheibler, Campusmanager am Standort Görlitz, erklärt: „Es gab wohl massive Probleme beim Wahltool in OPAL.“ Welche das genau waren, kann er nicht sagen. „Es waren aber mehrere. Das Ergebnis ist dadurch verfälscht und nicht für so eine wichtige und weitreichende Entscheidung repräsentativ.“ Eine Einführung für das kommende Sommersemester ist damit unmöglich. Eine neue Abstimmung soll voraussichtlich zu Beginn des nächsten Semesters stattfinden.
Das Thema beschäftigt die Hochschule schon seit mehreren Jahren. „Es gab vor sechs oder sieben Jahren unter dem Altkanzler Dr. Reinhold schon mal einen Vorstoß und Verhandlungen mit der Bahn. Das ist damals aber nicht mal zur Abstimmung unter den Studis gekommen“, sagt Scheibler.
Auch diesmal gab es bereits im Vorfeld Diskussionen um das Für und Wider eines Semestertickets. „Fluch oder Segen?“ wurde auf der Homepage des Studentennetzwerkes Offensiv gefragt. Nicht jeder Student hätte einen Nutzen von der Fahrkarte, die immerhin 135,80 Euro pro Semester kosten würde. Beinhaltet wäre die Nutzung aller Verkehrsmittel im Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien und aller Nahverkehrszüge in Sachsen sowie zusätzlich die Strecke Görlitz–Cottbus mit der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH.
Die Verantwortung darüber, wie es weitergehen soll, möchte jedoch keiner übernehmen. Matthias Baldt vom Studentenwerk Dresden, das auch Zittau/Görlitz betreut, stellt klar: „Es geht dabei um eine Initiative des StuRa, die uns nicht betrifft.“ Ähnlich äußert sich der Rektor der ostsächsischen Hochschule, Prof. Friedrich Albrecht: „Da es sich beim Semesterticket um eine Angelegenheit handelt, die zwischen Studierendenschaft und Studentenwerk verhandelt wird, war ich – wie auch die Kanzlerin – nicht involviert. Mitbekommen haben wir natürlich, dass es Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer studentischen Befragung gab.“ Der StuRa indes hält sich bedeckt. Auf weitere Nachfragen von „ad rem“ gab es keine Reaktion. Auf der Homepage wird man jedoch immernoch zu einer Umfrage zum Semesterticket eingeladen. Diese endete allerdings am 4. Juni des vergangenen Jahres.
Zur Karikatur: Und wieder dreht sich das Abstimmungskarussell in Zittau und Görlitz.
Karikatur: Norbert Scholz