In den Potthoff-Bau der TU Dresden zieht eine Biomensa ein

Von Marion N. Fiedler

Das Studentenwerk Dresden wird auf Wunsch seiner Studenten zum Sommersemester eine Mensa eröffnen, in der es nur Bioessen geben soll.

Darauf haben Studenten wie Puneh Arazm lange gewartet. „Ich finde ein warmes Essen pro Tag sehr wichtig, und die Auswahl für ernährungsbewusste Studenten ist nicht immer vielseitig“, erzählt die TU-Medizinstudentin im 12. Semester. Für sie ist das ein wichtiges Thema. „Besonders Mensagänger, die die Herkunft der Lebensmittel wissen wollen, greifen lieber auf die eigenen Butterbrote zurück.“

Im Sommersemester 2012 könnte sich für ernährungsbewusste Studenten aber einiges ändern: Im Moment wird im Studentenwerk Dresden intensiv geplant und vorbereitet. Das extra für das „Projekt Biomensa“ gegründete Team nimmt mit neuen, auf Bioprodukte spezialisierten Lebensmittellieferanten Kontakt auf. Pünktlich zum Semesterstart sollen sich die Türen des „U-Boots“ als Biomensa öffnen. Die ehemalige Cafeteria im Potthoff-Bau der TU Dresden befindet sich gerade im Umbau. Auf dem Speiseplan sollen dann pfiffige und vollwertige Mahlzeiten stehen. Wie viele verschiedene Gerichte pro Tag angeboten werden beziehungsweise ob ein veganes oder vegetarisches Angebot integriert wird, das ist noch nicht klar. Udo Lehmann, Geschäftsbereichsleiter Hochschulgastronomie im Studentenwerk, versichert aber, dass das Essen auf Basis der EG-Öko-Verordnung produziert werde.

Pro Tag wird es 150 warme Mahlzeiten geben. „Der Preis für die Portion wird aufgrund der besonderen Qualität unserer Speisen leicht teurer, aber immer noch erschwinglich sein“, sagt Sandy Lohe, stellvertretende Pressesprecherin im Studentenwerk Dresden. „Eine Art Probelauf hat das Studentenwerk ja bereits mit dem wöchentlichen Biotag in der Alten Mensa gemacht. Seit Oktober 2007 gibt es dort einmal in der Woche ein Bioessen zusätzlich zum regulären Angebot. Diese Aktion läuft noch bis zur Wiedereröffnung des übrigens seit 2003 existierenden ‚U-Boots‘. Wir sind zuversichtlich, dass die Biomensa in Zukunft begeistert genutzt wird.“

Auch Marcus Mundus, der an der Dresdner Hochschule für Musik im 9. Semester Gesang studiert, möchte, obwohl er meist am eigenen Campus diniert, in der Biomensa ab und zu vorbeischauen. Ihm ist nicht nur gesunde Ernährung wichtig. Er freut sich auch über die Initiative des Studentenwerkes, bessere Qualität auf den Speiseplan zu bringen.

Mundus und Arazm sind allerdings in einem Punkt skeptisch: „Bio ist für mich ein ziemlicher In-Begriff. Daher möchte ich wissen, was am Angebot wirklich ‚Bio‘ ist. Mich interessiert neben den Zusammensetzungen der Nahrungs- und Zusatzstoffe besonders die Herkunft der Lebensmittel“, sagt Medizinstudentin Arazm.

Zum Foto: In Dresdens neuer Biomensa soll es mehr als nur Äpfel geben.
Foto: Amac Garbe

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