Mit 8 340 Stimmgebern sinkt die Wahlbeteiligung bei der FSR-Wahl der TU Dresden erneut
Eure Stimme war gefragt: Studenten der TU Dresden waren in der vergangenen Woche aufgerufen, ihre Stimme abzugeben – doch nur 22,11 Prozent fanden den Weg ins Wahllokal.
Plakate mit der Aufschrift „Stell dich deiner Angst – geh zur Wahl“ zierten in der vergangenen Woche den Campus. Es war ein letzter Versuch, die Studenten auf die Wahlen aufmerksam zu machen und zum Wählen zu motivieren. Inwiefern dies allerdings gelungen ist, das bleibt der eigenen Interpretation überlassen.
Über drei Tage hinweg hatten die Studenten die Gelegenheit, ihre Stimme bei der Wahl der Fachschaftsräte (FSR), des Senats, des erweiterten Senats sowie den Fakultätsräten abzugeben. Mit 8 340 Wählern beteiligten sich 22,11 Prozent der Studenten an den Wahlen. Damit ist die Beteiligung allerdings nur unwesentlich geringer als im vergangenen Jahr. „Die Wahlbeteiligung sagt nichts über die Berechtigung der Fachschaftsräte aus“, kommentiert Wahlleiter Patrick Oberthür die geringe Beteiligung. Vielmehr sei die studentische Selbstverwaltung alleinig durch das sächsische Hochschulgesetz legitimiert. Zudem erreiche die Gruppe der Studierenden in ihren Vertretungen immer noch mehr Beteiligung als die anderen Gruppen der Hochschule, führt Oberthür weiter aus.
Die höchste Wählerzahl konnte mit 41,46 Prozent zum wiederholten Male der FSR Verkehr verzeichnen. „Wir freuen uns über die hohe Wahlbeteiligung an unserer Fakultät, denn diese ist gleichzeitig Bestätigung unserer bisherigen Arbeit, als auch Motivation für alle zukünftigen Aufgaben“, kommentiert Evamarie Wießner vom FSR Verkehr das gute Abschneiden der Verkehrswissenschaften. Sie bedauert jedoch, dass das Ziel, die Wahlbeteiligung des vergangenen Jahres zu halten, knapp verfehlt wurde. „Dennoch starten wir mit frischem Schwung in die neue Legislatur“, zeigt sich Wießner positiv.
Der FSR Philosophie verlor im Vergleich zum vergangenen Jahr rund 48 Prozent seiner Wähler und erzielte in diesem Jahr mit einer Beteiligung von nur 8,48 Prozent das schlechteste Ergebnis unter allen Fachschaften. „Ein Vergleich der Fachschaften untereinander verbietet sich schon wegen der unterschiedlichen Startbedingungen“, kritisiert Wahlleiter Oberthür den Vergleich allerdings und fügt hinzu, dass es für homogene Fachschaften um einiges einfacher sei, durch weniger Leistung viele Studenten zu erreichen. So hätten die Fachschaften mit geringer Beteiligung viel mehr Studiengänge. Dies erschwere es, ein Identifikationspotenzial für die Studenten aufzubauen.
Die Fachschaft der Philosophischen Fakultät verzeichnet den größten Anteil an Fern- und Zweitstundenten, die bei den FSR-Wahlen nahezu nie erreicht werden“, liefert Oberthür darüber hinaus eine Erklärung für das schlechte Abschneiden des FSR Philosophie.
Schuld sind die Bildungsreformen
Als Grund für die sinkende Wahlbeteiligung nennt er die Bildungsreformen. Durch erschwerte Studienbedingungen erscheine Engagement nicht mehr als wichtig. Die Folge, so der Wahlleiter, sei eine Entpolitisierung, wie wir sie derzeit erleben würden. Als Meilenstein der studentischen Mitbestimmung wird diese Wahl wohl nicht in die Geschichte eingehen – obwohl es wünschenswert gewesen wäre. Aber vielleicht sollte der eine oder andere FSR seine Wählermobilisationsstrategie überdenken, denn auf die Anfrage von „ad rem“, warum die Stimmenabgabe wichtig ist, reagierten gerade einmal vier von 22 Fachschaftsräten.
Den Studenten der Dresdner Hochschule für Technik und Wirtschaft sei unterdessen ans Herz gelegt, ihre Wahlchance am Mittwoch (30.11.) und Donnerstag (1.12.) zu ergreifen, um ein Zeichen zu setzen, dass es auch anders geht.
Zum Foto: Allein auf weiter Flur: Nur 22,11 Prozent der Dresdner TU-Studenten haben ihre Vertreter gewählt.
Foto: Amac Garbe
