Einmal im Monat fleischfrei

Von Maria Schulze

Seit dem vergangenen Semester gibt es jeden zweiten Mittwoch einen vegetarischen Tag in der Neuen Mensa Dresden. Heute ist es wieder soweit. Doch das Experiment ist auf acht Versuche begrenzt.

Heute (9.11.) ist Veggie-Tag. Und damit wieder die Gelegenheit, abwechslungsreiche und gesunde Gerichte zu probieren. In Anlehnung an die Kampagne des Vegetarierbundes, derartige Tage deutschlandweit zu etablieren, haben sich die Neue Mensa Dresden und die Studenteninitiative „mensa universale“ zusammengetan. Die versuchsweise monatlich stattfindenden Veggie-Tage sollen Alternativen zu Fleischgerichten bieten und auf die bestehenden ökologischen und ethischen Probleme hinter der Nahrungsmittelproduktion hinweisen, wie die Tierhaltung oder die große Ressourcenverschwendung.

Neue Ziele in grün

Es ist der sechste Veggie-Tag von insgesamt acht, die es dann in zwei Semestern gegeben hat. Danach endet das vegetarische Experiment. Für Ralf Reinhardt, den Leiter der Neuen Mensa, ist damit aber nicht die Förderung der pflanzlichen Ernährung abgeschlossen. „Ziel ist es, dauerhaft vegetarisches und veganes Essen in die Mensa zu bringen und das Angebot dafür möglichst vielfältig und interessant zu gestalten“, meint Reinhardt und hat Pläne für weitere Projekte.

So soll es eine Auszeichnung der Klimabilanz mit einem CO2-Fußabdruck geben und die vegane Kennzeichnung von Gerichten dauerhaft eingeführt werden.

Damit die Ideen auch umgesetzt werden, wird die „mensa universale“ weiter mit dem Dresdner Studentenwerk und der Mensa zusammenarbeiten. Als Arbeitsgruppe der Umweltinitiative der TU Dresden will sie darauf einwirken, die Herkunft der Nahrungsmittel transparenter zu machen und den Anteil an pflanzlichem, gesundem und nachhaltigem Essen zu erhöhen.

Enttäuschende Bilanz

An den beiden noch stattfindenden Veggie-Tagen gibt es Infostände und Umfragen, um die Studierenden zu informieren und Meinungen einzuholen. Aber da die Anzahl der ausgegebenen Essen an dem Tag immer geringer ausfällt, ist er nicht wirtschaftlich genug für die Mensa.

Julia Mertens von „mensa universale“ hat viele positive Rückmeldungen von Mensagängern erlebt, aber auch immer wieder Studenten gesehen, die wieder gehen, weil es an dem Tag außer in der Cafeteria kein Fleisch in der Mensa gibt.

Von der Bilanz, nach der etwa 10 bis 20 Prozent weniger Essen ausgegeben wurden, ist Julia Mertens enttäuscht. „Es ist zwar ein Erfolg, dass es den Tag in der zweitgrößten Mensa Dresdens gibt, aber anscheinend ist das Interesse daran zu gering. Der Tag sollte zeigen, dass vegetarisches und veganes Essen kein Verzicht bedeutet, sondern eine kulinarische Bereicherung ist.“ Sie möchte das Bewusstsein für Ernährung erhöhen, dafür, was die Produktion von Lebensmitteln für Umwelt, Tiere und Menschen bedeutet. Für sie bleibt der Tag eine zeitlich begrenzte Aktion auf dem Weg zu nachhaltigerem Konsum in den Dresdner Mensen.

Zur Karikatur: Nicht alle sind vom Veggi-Tag begeistert …
Karikatur: Norbert Scholz

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