In der Dresdner ALTANA-Galerie finden Kunst und Technik zusammen

Von Manja Unger-Büttner

Technik hat viel mehr mit Kunst zu tun, als man meinen würde. Das zeigt die neue Ausstellung der Universitätssammlungen der TU Dresden.

Produkte studentischer Arbeiten sind ja in einigen Gebäuden der TU zu sehen, aber selten mit Werken etablierter Künstler gepaart, noch seltener gut abgestimmt unter einem Thema vereint: „Scheinbar Sein. Faktisches und Virtuelles“.

In der neuen Ausstellung der Universitätssammlungen der TU Dresden wird Architektur rückwärts vollzogen. Es werden Geschichten von Häusern erzählt, die es nie gegeben hat (Gottfried Müller). Durch Multiscan-Technik kann man Neubauten beim Einstürzen zusehen – und dank geografischer Angaben nachschauen, was aus dem Ort geworden ist (Olaf Rauh). Großformatige Gemälde, Fotografien und Installationen reflektieren die allgegenwärtigen Maschinen des Elektrotechnischen Instituts im Görges-Bau und stellen manchmal auch die Wahrnehmung des Betrachters in Frage. Märchenhafte Bildverbindungen (Stefan Krauth) und fiese Horrorfilm-Charaktere auf Leinwand und Papier gebannt (Martin Mannig) sowie Roboter-„Kunst“ und Filmsequenzen designerischer 3D-Versuche im TU-eigenen CAVE können die verschiedenen Formen von Virtualität on- wie offline bewusst machen.

„Kunst traut den wissenschaftlichen Techniken der Wahrnehmung nicht“, sagt Kuratorin Jana Böttrich. Kokuratorin Grit Koalick fügt hinzu: „Die Wissenschaft will Abweichungen immer herausrechnen, die Kunst fragt nach solchen Abweichungen.“ Kunsthistorikerin Böttrich und Architektin Koalick haben als Mitarbeiterinnen der Professur für Mediengestaltung der Fakultät Informatik an der TU Dresden die Ausstellung konzipiert. In der Verbindung von Beiträgen aus Forschung und Lehre aus den Bereichen Mediengestaltung, Architektur und Produktdesign mit zeitgenössischer Kunst kann „Scheinbar Sein“ ein Beispiel dafür geben, wie eng Wissenschaft und Technik mit Kunst verwandt sind.

Passend zum Thema gibt es eine Ringvorlesung, immer mittwochs (19 Uhr) in der ALTANA-Galerie, darunter die Werkschau des Dresdner Künstlers David Buob „Welcome to the weak world“ am Mittwoch (25.5.). Der Weg in den Görges-Bau lohnt sich also unabhängig von vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen.

„Scheinbar Sein. Faktisches und Virtuelles“ bis 15. Juli in den Universitätssammlungen Kunst+Technik in der ALTANA-Galerie der TU Dresden (Helmholtzstraße 9/Görges-Bau); Mo. bis Fr., 10 bis 18 Uhr, Sa., 10 bis 14 Uhr; Eintritt für ermäßigte 1,50 Euro; kostenfreie Führungen am 7. Juni und 5. Juli (jeweils 16 Uhr);

Netzinfos: http://www.altana-galerie-dresden.de

Zum Foto: Grit Koalick (li.) und Jana Böttrich zeigen die Verwandtschaft von Kunst und Technik.
Foto: Amac Garbe

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