Kumpeliges Festival „The Sound of Bronkow“ im Dresdner Societaetstheater

Zum Festival für lau: „ad rem“ verlost Tickets …

Von Christiane Nevoigt

Ein kleines brandenburgisches Dorf ist verantwortlich für Veröffentlichungen eines Plattenlabels, eine Konzertreihe und nun auch für ein Festival. Schuld daran ist Lars Hiller, Mitbegründer des Dresdner Plattenlabels „K & F Records“: „Der Ursprung liegt in einem kleinen Dorf bei Bronkow, in dem ich als Kind jeden Sommer mit dem Opa Erdbeeren geerntet und Pilze gesammelt habe.“

Die Bands, die vom 3. bis 5. September im Dresdner Societaetstheater auftreten, verströmen vielleicht nicht unbedingt den Duft von Erdbeeren und noch weniger großväterlichen Charme, aber das sollen sie auch nicht. Vielmehr gehören die meisten Künstler zur großen Kreativfamilie der „Kumpels & Friends“, die als Bookingagentur und Label mit der Festivalidee auf der Suche waren nach „was Ruhigerem, Kleinerem und Freundlicherem“ – entgegen den großen Festivalmassen.

So betreten an den drei Abenden unter anderem GISBERT ZU KNYPHAUSEN, THE BLACK ATLANTIC, WELL DONE und ein dutzend weitere Bands die vier Bühnen. „Und schließlich präsentieren wir vor allem kleinere, unbekanntere Bands, die uns am Herzen liegen oder die wir gar selbst veröffentlichen, quasi gleichberechtigt mit größeren, populäreren Bands“, erklärt Hiller, der nach dem Organisationsstress selbst am Festivalwochenende zur Gitarre greifen und als Teil der Dresdner Band GARDA aufspielen wird.

Das eigentliche Zwei-Mann-Team, bestehend aus Kai Lehmann und Ronny Wunderland, vergrößert sich halt gern für die Bühne und komplettiert auch in der klanglichen Umsetzung die labeleignen Tonspuren von Indie, Folk bis Singer/Songwritermusik, die auch auf dem Festival mitschwingen sollen. Auch wenn das Duo seine Musik selbst gern mit den Worten seiner Freunde als „Ningelpop, Musik für traurige Männer oder auch Songs für Jammerlappen“ beschreibt, räumt Ronny Wunderland ein. Mit dem Album „Die Technique Die“ aus dem Jahr 2008 bleibt GARDAs melancholischer Pop dennoch aktuell, so zumindest in Japan, wo es im August veröffentlicht wurde. Bis sie wissen, ob sie dort Gehör finden oder ein Fall für den Kaugummiautomaten sind, erliegen sie der Vorfreude des „Sound of Bronkow“-Festivals. „Unser Konzert wird wohl gemischt sein. Eine Hälfte vom alten Album und die andere werden wir als Preview mit neuen Songs bestreiten.“

Das Festivalwochenende kostet 26 Euro. Für alle Folkskeptiker stellt das Societaetstheater neben drei Bühnen im Innenbereich eine kostenlose Bühne im Garten des Geländes auf. Außerdem wird es eine Aftershowparty in der GrooveStation und ein Late-Night-Konzert von THE GENTLE LURCH im Programmkino Thalia geben. Beides wird auch für Nichtfestivalbesucher geöffnet sein.

 „ad rem“ verlost Freikarten: siehe ABSAHNEN 22.2010

Netzinfos: www.societaetstheater.de

Zum Foto: Es ist zum Heulen schön: Bei „The Sound of Bronkow“ gibt’s Ningelpop und Musik für Jammerlappen. Foto: Amac Garbe