Eine sommerliche Diplomausstellung der HfBK Dresden auf der Brühlschen Terrasse

 Von Jana Schäfer

40 Diplomanden der HfBK Dresden haben nun einen berufsqualifizierenden Abschluss. „Ja, was ist das?“

Das fragt Rektor Prof. Christian Sery mit verhaltenem Schmunzeln, als er die Eröffnungsrede der Diplomausstellung im Oktogon der HfBK Dresden hält. Gefeiert werden trotzdem, oder gerade darum, 40 Kunstwerke der Absolventen.

Doch schon auf den schwierigen Arbeitsmarkt drängen? Im Atelier 101 hinter dem Oktogon stellt Woo Rim Chu aus. Die 26-jährige Südkoreanerin führte vor zwei Jahren ihr Kunststudium in Deutschland fort – freie Malerei und Grafik. Sie lernte nicht nur Deutsch, sondern auch eine andere Kunstsprache, die den Menschen heilen und zum Guten erziehen soll. Chu ist mutiger geworden, verbindet in ihrem Werk „Wunderschönes Ende“ koreanische Maltradition mit westlich-frecher Sinnlichkeit. Im August stellt sie in London aus.

Tanja Pohls düstere Bilder befinden sich im gleichen Atelier. Über einem Containerschiff gießt sich ein bleierner Himmel aus – Bilder industriellen Zerfalls. Eine Fachjury belohnt diesen „engagierten Gegenwartsbezug“ mit dem Förderpreis von 1 500 Euro, zum viertem Mal vom Freundeskreis der Hochschule gestiftet. „Ich fasse es noch gar nicht“, freut sich die 25-jährige Malerei- und Grafikstudentin. Sie dankt ihrer Mentorin Prof. Elke Hopfe, die sie stets in der Ausarbeitung ihres Stils ermutigte. Das Geld kann Pohl gebrauchen für ihr anstehendes zweijähriges Meisterschülerstudium. Auch Woo Rim Chu wird ihre Ausbildung vertiefen. 

Ausstellung bis 5. September im Oktogon, dem Senatssaal und einigen Ateliers (Zugang Georg-Treu-Platz), Di. bis So. von 11 bis 18 Uhr.

Zum Foto: Doppelabschluss: Woo Rim Chu hat neben ihrer koreanischen nun auch die deutsche Kunstausbildung geschafft.  Foto: Amac Garbe