Görlitzer Wintersemester startet in Ausweichunterkünften, nasse BAföG-Anträge trocknen in Leipzig – ein Zwischenbericht zur Flut
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Von Franziska Lange
Gut eine Woche nachdem das Wasser des überlaufenden Witka-Stausees zusammen mit der Neiße den Campus der Görlitzer Hochschule unter sich begrub („ad rem“ berichtete), begutachtete nun Sachsens Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer (parteilos), die Schäden samt Aufräumarbeiten – und kann beruhigen. Der Start des Wintersemesters sei nicht in Gefahr. Zwar habe das Wasser die Görlitzer Gebäude der Fakultäten Wirtschafts-, Sprach- und Sozialwissenschaften stark beschädigt, doch nur ein Hörsaal und einige Seminarräume fielen für die Lehre aus. Für diese Räume werde nach Ausweichunterkünften gesucht, heißt es aus dem Wissenschaftsministerium.
Bereits in der vergangenen Woche hatte sich die Ministerin auch die Schäden auf dem Zittauer Teil des Hochschulgeländes angesehen. Dort sind vor allem das Gebäude Z II der Fakultät Bauwesen und das Niedrigenergiehaus, in dem zwei Forschungsinstitute untergebracht sind, durch die Überflutung beschädigt.
Stromlose Versorgung
Unterdessen werde das Görlitzer Wohnheim Hirschwinkel sowie die Wohnheime D, E und F in Zittau noch immer von den Hinterlassenschaften des Hochwassers gereinigt. Momentan geht das Ministerium davon aus, dass sie zu Semesterbeginn im Oktober wieder bewohnbar sein werden, und bittet die Bewohner, erst dann wieder anzureisen.
In der überfluteten Mensa in Görlitz gibt es bereits wieder Mittagessen – allerdings in eingeschränkter Auswahl, da die momentan noch stromlosen Vorbereitungsräume einiges erleiden mussten. In der Zittauer Mensa soll ab Donnerstag (19.8.) wieder gegessen werden können, die 300 Portionen dafür kocht und liefert das Team der Görlitzer Mensa.
Gefriertrockner statt Föhn
Ganz andere Sorgen quälen indes die Sachbearbeiter der BAföG-Anträge – und natürlich die Studenten. 85 Prozent der Anträge, die in den Büros in der Zittauer Außenstelle des Dresdner Studentenwerkes auf ihre Bearbeitung warteten, sind in der Wasserflut ertrunken, teilt das Studentenwerk am Dienstag mit. Nun soll den durchnässten Akten im Leipziger Zentrum für Bucherhaltung per professioneller Gefriertrocknung zu Leibe gerückt werden. Es werde alles daran gesetzt, die Anträge so schnell wie möglich zu bearbeiten und das Geld zu Semesterbeginn auszuzahlen, versichert das Studentenwerk per Pressemitteilung.
Wohn- und Geldinfos:
- Wohnheimplatzanträge: Anträge für die Wohnheime in Zittau und Görlitz können ganz normal gestellt werden. Wer seinen Antrag zwischen dem 2. und 6. August an die Außenstelle geschickt und bisher noch keine Eingangsbestätigung erhalten hat, sollte den vollständigen Antrag noch einmal einreichen. Anfrage und Bestätigungen für bereits zugesagte Wohnheimplätze können auch per E-Mail an die Sachbearbeiter gesendet werden.
- Mietverträge: Die in den Wohnheimplatzzusagen genannten Termine im September bleiben aktuell.
- BAföG-Anträge: Das BAföG-Amt strebt nach eigenen Angaben eine rechtzeitige Zahlung der Förderung ab Oktober an.
- Erstanträge: Antragssteller von Erstanträgen, die im Wasser ertrunken sind, aber bereits registriert waren, werden vom Amt angeschrieben. Dennoch müssen bis zum 10. September die Anträge neu gestellt werden.
- Wiederholungsanträge: Antragssteller, deren Anträge bereits bearbeitet waren, erhalten laut Auskunft des Studentenwerkes ihre Bescheide ebenso noch im September wie auch die ersten Zahlungen. Die Anträge, die bis zum 5. August an das BAföG-Amt in Zittau geschickt, aber noch nicht bearbeitet wurden, werden unter Vorbehalt bewilligt. Neue Anträge sollten aber schnellstmöglich gestellt werden.
- Verschollene Anträge: Einige Anträge, die nach dem 5. und 6. August abgegeben worden sind, konnten nicht mehr registriert werden. Das Amt bittet die betroffenen Studenten um einen neuen Antrag samt Hinweis auf den bereits gestellten bis zum 10. September.
- BAföG-Sprechzeiten: Die BAföG-Ansprechpartner in Zittau sind vorübergehend in einen Ausweichraum der Agentur für Arbeit, Kantstraße 25, umgezogen. Jeweils donnerstags,13–17 Uhr, können die BAföG-Anträge dort bei Matthias Baldt im Zimmer 23 und weiteren Sachbearbeiterinnen in den Zimmern 24, 36, 37 und 38 abgegeben werden.
- Aktuelle Netzinformationen: www.studentenwerk-dresden.de/goerzitt/
Zum Foto: Die Einfahrt zur Görlitzer Mensa am Flutsonntag, den 8. August. Wenig später meldet das Studentenwerk, dass vor allem die Haustechnikräume und das Lager schwer beschädigt worden sind.
Foto: Andreas Herrmann