Glück auf kleinem Raum: Zu Besuch bei einer Studentenfamilie auf Dresdens Borsbergstraße
Von Nicole Laube
Seit zweieinhalb Jahren leben Claudia Fritz und David Stein zusammen mit ihrer Tochter Florentine auf engem Raum auf der „Borsi 34“.
Studentenwohnheim Borsbergstraße 34 in Dresden. Von den Studenten nur Borsi 34 genannt. Ein klappriger Fahrstuhl rattert und ruckelt hinauf in die fünfte Etage. Die Wohnungstür zur Nummer 530 ist schon angelehnt. Im Zimmer dahinter spielt Verkehrswirtschaftsstudentin Claudia Fritz gerade mit ihrer zweieinhalbjährigen Tochter Florentine.
Es ist eng im Flur, auch die kleine Wohnküche nebenan bietet nicht viel Raum für drei Personen. Gerade mal Kochnische, Spüle und der Esstisch finden Platz. Gegenüber befindet sich ein kleines Bad, und dann gibt es da noch das zweite, das Wohnzimmer. Wie der Schlafraum ist auch dieses nur zwölf Quadratmeter groß. „Allmählich wird es hier wirklich zu eng“, sagt Claudia Fritz, die im 5. Semester studiert. Nicht nur ein Kinderzimmer, auch ein zweiter Schreibtisch fehlt. Gerade jetzt, wo Florentines Papa David Stein im zehnten Semester seine Diplomarbeit in BWL schreibt, macht sich das bemerkbar.
Florentine war ein Wunschkind. „Als ich das Vordiplom fertig hatte, war der Zeitpunkt perfekt“, sagt Claudia Fritz. Die 24-Jährige und ihr 27-jähriger Freund wohnten damals schon auf der Borsi 34. „Wir haben uns hier kennengelernt“, die Studentin schmunzelt. „Auch wenn das Wohnheim schon sehr alt ist, ich fand es immer gut, daher haben wir uns entschieden, mit Kind zunächst hierzubleiben.“ Ganz einfach war das aber nicht. „Damals hat ein Student in der Mutter-Kind-Einheit gewohnt. Der ist wegen uns dann mit einem anderen zusammengezogen“, berichtet sie. Mit acht Monaten ging Florentine in die Kinderkrippe am Beutlerpark, das Studium ging für beide Elternteile relativ unkompliziert weiter. „Schön ist, dass im Wohnheim viele Freunde in der Nähe sind, die auch mal auf das Kind aufpassen können. Wir haben ja keine Großeltern in Dresden“, erklärt die angehende Verkehrswirtschaftlerin.
Nach einem Jahr hat es die drei für zwei Auslandssemester nach Stockholm verschlagen. Zurück aus dem hohen Norden, machte sich die Studentenfamilie nun daran, nach einem eigenen Heim in Dresden zu suchen. Mit Erfolg. Im August ziehen die drei nun in eine Dreiraumwohnung in der Stübelallee. „Aus Striesen wollte ich nicht mehr weg, gerade für Kinder ist es hier schön“, meint Claudia Fritz. Künftig zahlt die kleine Familie dort anstatt der rund 340 Euro im Wohnheim 450 Euro Miete. Die ersten Kisten sind schon gepackt.
Zum Foto: David Stein und Claudia Fritz sitzen mit Töchterchen Florentine auf gepackten Kisten und Koffern.
Foto: Amac Garbe