Die Theatergruppe des Stadtteilhauses Äußere Neustadt auf der Reise in sich selbst
Von Anne Gerber
„Zwischen Innen und Außen. Ein Bildertheater“ ist alles andere als konventionelles Schauspiel. Das galt schon für die Proben.
Ulrike Krink lacht, wenn sie an die Proben des offenen Theaterprojekts im Stadtteilhaus denkt: „Es war wie eine kostenlose Therapiestunde jede Woche.“
Mit elf weiteren Amateur-Schauspielern entwickelte die TU-Studentin der Kommunikationswissenschaft, Romanistik und Anglistik seit November unter der Leitung von Diplom-Theaterpädagoge Christian Schmidt ein „poetisches Bildertheater“. Ihre Mitstreiterin Inga Zempel, kurz vor dem Abschluss ihres Law-in-Context-Studiums stehend, erklärt: „Wir haben uns auf die Suche gemacht nach Bildern und Eindrücken, die uns im Alltag beeinflussen, allerdings weniger unter politischem oder gesellschaftskritischem, sondern eher zwischenmenschlichem Aspekt.“ Für die beiden Darstellerinnen, die sich schon an der „bühne“ der TU Dresden in den Schauspielkursen ausprobierten, war es dennoch eine neue Erfahrung, gleichzeitig als Autoren, Regisseure und Dramaturgen ihre ganz persönlichen Szenen zu gestalten. Sogar für Kostüm, Bühnenbild und PR-Arbeit war die bunte Truppe selbst zuständig.
Aus der seelischen Bilderpalette wurden schließlich 19 Episoden ausgewählt, um sie der Öffentlichkeit vorzustellen – thematisch gebündelt in dem vagen Rahmen „Lebenslauf“. „Wir wollen nicht zu viel über die einzelnen Bilder verraten, denn sie sind sehr assoziativ. Selbst wenn wir sie sehen, denkt jeder etwas anderes und es ist wichtig, dass jeder seine eigenen Empfindungen einbringt“, deutet Krink an. Ein Sammelsurium an Klangkörpern von Digeridoo über Daumenklavier und Fotoapparat zu Vogelkäfig sorgt dabei statt großer Worte für die passende Atmosphäre des experimentellen Abends.
Theaterhaus Rudi Dresden: Samstag (10.7.) und Sonntag (11.7., jeweils 19 Uhr)
Zum Foto: Ulrike Krink, Inga Zempel und Lisanne Jeschke machen Neustadt-Theater.
Foto: Amac Garbe