Mediävistikprofessorin Marina Münkler kickboxte einst, liebt Italien und hasst Referate

Nur hier: Die Geschichte hinter dem Bild …

Von Anja Zimmermann

„Mein Prof kocht auch nur mit Wasser“, ist ein Rat, der das mulmige Gefühl vor der Prüfung nehmen kann. Abgesehen davon ist es die reine Wahrheit.

So besuchen „ad rem“-Redakteure Eure Hochschullehrer in ihrem Leben jenseits des Campus. Heute: Prof. Marina Münkler.

In ihrer großen dunklen Sonnenbrille spiegelt sich der Turm der Frauenkirche, während Prof. Marina Münkler erklärt, warum gerade die Frauenkirche ihr Lieblingsplatz in Dresden ist, obwohl sie, wie sie zugeben muss, für Barockarchitektur sonst nicht sehr viel übrig hat. „Ich finde es ganz faszinierend, dass diese Kirche zwei Mal gebaut wurde, und beide Male durch die Initiative der Dresdner Bürger.“ Überhaupt hat sich die Berlinerin in diesem Januar nach der Berufung leichten Herzens für Dresden als zweite Heimat entschieden. „Dresden ist ungewöhnlich schön, hat irgendwie so etwas Südländisches“, schwärmt sie. Die Mediävistikprofessorin verrät außerdem, dass sie inzwischen sogar schon die Baracken der Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften in ihr Herz geschlossen habe.

Regelmäßig pendelt sie am Wochenende zwischen Dresden und Berlin. Kann sie aber einmal nicht nach Hause, besucht sie ihr Mann in ihrer Zwei-Raumwohnung in der Altstadt. Münkler studierte von 1978 bis 1984 Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main. Schon während ihres Studiums hat sie Referate gehasst und hasst sie – mittlerweile selbst Dozentin – noch immer.

Dass auch Hochschullehrer ganz normale Menschen sind, erfuhr sie als Studentin nach einem besonders lustigen Zusammentreffen mit einem ihrer Professoren: „Er hielt viele seiner Seminare zu Hause, eines Tages ging ich früher zu ihm, um eine Arbeit zu besprechen. Er setzte sich vor mich mit einem Geschirrtuch um den Hals gebunden und einer aufgewärmten Dose Ravioli“, erzählt Marina Münkler schmunzelnd an dieses Erlebnis zurückdenkend.

Insgesamt beherrscht sie drei Sprachen. Latein, Italienisch und Französisch. Während ihres Studiums verbrachte sie unvergessliche Wochen in Ancona an der Adria, wo sie ihr Italienisch verbesserte und unglaublich nette Menschen traf. Ganz bodenständig liebt sie es heute, die Oper oder das Theater zu  besuchen. In jüngeren Jahren aber war Münkler Feuer und Flamme für Kampfsportarten und trainierte regelmäßig Karate und Kickboxen.

1983, noch während ihrer Magisterarbeit heiratete sie und bekam zwei Kinder: Tochter Laura ist heute 24 Jahre, Sohn Hagen 21 Jahre alt. Das war nicht ganz einfach: „Trotz Magister-Abschluss mit Auszeichnung schien promovieren im Westen in den 80er-Jahren als Mutter unmöglich, bis ich an der HU Berlin angenommen wurde und es doch noch geschafft habe.“

Zum Foto: Liebt das Südländische an Dresden: Prof. Marina Münkler in der Altstadt am Fürstenzug.
Foto: Amac Garbe

KURZBIO MÜNKLER.

  • Marina Münkler wuchs in Friedberg bei Frankfurt/M. auf und studierte ab 1978 Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaften an der J.-W.-Goethe-Universität Frankfurt und arbeitete danach zehn Jahre als freie Übersetzerin und Literaturkritikerin. Nach der Promotion habilitierte sie an der HU Berlin und ging anschließend als Gastprofessorin an die Uni Zürich. Im Januar 2010 wurde sie als Professorin für Ältere und frühneuzeitliche Literatur und Kultur ans Institut für Germanistik der TUD berufen.