AC/DC versetzte das Dresdner Ostragehege am Sonntag Abend unter Hochspannung
Von Nadine Faust
Man sieht es ihnen an. Angus Youngs Wallemähne ist verdächtig dünn geworden, Brian Johnsons Stimme wird mit jedem Song kratziger. Die Herren sind in die Jahre gekommen. Immerhin haben sie schon 37 Jahre Bandgeschichte hinter sich gebracht.
Aber zunächst sollen die Vorbands „The New Black“ aus Deutschland und die Dänen von „Volbeat“ die Stimmung anheizen, wippende Füße sind zumindest in den hinteren Reihen kaum zu sehen. Von Ferne kann man bei Zehntausenden angereisten Fans aber Jubel direkt vor der riesigen Bühne ausmachen.
Überhaupt sieht der Rocker von heute hier anders aus. Lederjacken und -hosen sind Mangelware, von langen Haaren bei der leicht überrepräsentierten männlichen Fraktion ganz zu schweigen. Nur die gute, alte Jeansjacke hat den Weg vielfach zum Konzert gefunden. Die gerät richtig in Wallung, als gegen 21 Uhr der „Rock’n’Roll Train“ Einzug hält.
Als eine Glocke vom Bühnenhimmel heruntergelassen wird, lässt „Hells Bells“ nicht mehr lange auf sich warten. Neben Titeln vom aktuellen Album „Black Ice“ setzen die Australier hauptsächlich auf Altbekanntes und die tobende Menge dankt es barbusig. Nach Sonnenuntergang, 17 Songs sowie einer 15-minütigen Soloeinlage von Angus Young, setzen AC/DC zur Zugabe an und bringen die Menge auf den „Highway to Hell“. Gegen 23 Uhr endet das Spektakel mit einem kleinen Feuerwerk. Die Massen verlassen im zähem Strom das Gelände, geleitet von rot blinkenden Teufelshörnern und einer gigantischen Bühnenshow im Kopf.
Zum Foto: Hier noch ganz lieb, auf der Bühne dann später Tiere: die australischen Altrocker von AC/DC.
Foto: PR/Guido Karp