Endlich gibt es an der TU Dresden auch einen Türkischkurs

Von Felix Prautzsch

Gründe, Türkisch zu lernen, gibt es eigentlich genug – bisher fehlte an Sachsens größter Hochschule aber die passende Lehrveranstaltung.

Auslandsstudium, Reisepläne, Interesse an Deutschlands größter Einwanderungsgruppe oder weil die Sprache schön klingt: Gründe genug für Julia Maruhn, sich in der Studentenstiftung Dresden für die Einrichtung eines Türkischkurses einzusetzen. Die von Studenten gegründete Stiftung hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Studienbedingungen vor Ort zu verbessern. Und zu guten Bedingungen gehört es auch, moderne Fremdsprachen lernen zu können. „Türkisch muss wegen der wachsenden Bedeutung der Türkei in Europa und in Deutschland an der TU Dresden auf jeden Fall erlernbar sein“, sagt die 23-jährige Psychologiestudentin Julia Maruhn.

Da das bisher nicht der Fall ist, hat sie das Projekt selbst angeschoben – und dafür auch gleich einen authentischen wie überzeugenden Türkischlehrer gefunden. Engin Yeşil kommt aus Istanbul und ist derzeit Gastdozent an der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik. „Ich habe einfach Spaß am Vermitteln von Wissen. Türkisch zu unterrichten macht mir Freude, gerade als Ingenieur, denn die Sprache selbst ist sehr logisch“, sagt der 35-Jährige, der nur wenig Deutsch, ansonsten Englisch spricht und seinen Kurs auch deshalb von den Vorzügen der türkischen Sprache überzeugen will.

Jeden Mittwoch in der 7. Doppelstunde trifft sich nun ein Dutzend Lernwilliger, das für den Kurs einen kleinen Unkostenbeitrag zahlt. Den Rest trägt die Studentenstiftung. „Wir wollen aber, dass diese Sprache im Kanon des Lehrzentrums Sprachen und Kulturen kostenfrei angeboten wird“, betont Julia Maruhn. Die TU macht einen Auftrag an TUDIAS vom Interesse der Studierenden abhängig. Im Gegensatz zum gut besuchten Gebärdensprachenkurs der Studentenstiftung können es im Türkischkurs noch mehr Teilnehmer werden.

Netzinfos: www.studentenstiftung.de

Zum Foto: Engin Yeşil kommt aus Istanbul und lehrt in Dresden Türkisch aus Freude an seiner Muttersprache.
Foto: Amac Garbe