Für eine Woche entsteht an der TU Dresden ein alternativer Campus

Interview: Alexandra Niedermeier

Von Montag bis Freitag (31. Mai bis 4. Juni) mahnt ein großes Zirkuszelt hinter dem Hörsaalzentrum an der TU Dresden zur Selbstbeteiligung.

Das Projekt „open:campus“ lädt ein, sich eigene Gedanken über eine gute Hochschule zu machen – und diese mit anderen zu teilen. Janin Volkmann studiert im vierten Semester Germanistik und Geschichte an der TU Dresden und organisiert das Forum für Studenten mit. Mit „ad rem“ hat sie darüber gesprochen.

Was ist „open:campus“?

Open:campus soll ein alternativer Campus für alle Studenten werden. Hochschulpolitische Themen werden in Arbeitsgruppen, Workshops und vielem mehr aufgegriffen und diskutiert. Die genauen Themen sind aber nicht festgelegt, denn die Vorschläge der Studenten werden bei der Eröffnung am Montag (31.5.) besprochen und ins Programm eingearbeitet.

Wer hat das organisiert?

Wir sind eine Gruppe von Studenten, die sich im letzten Jahr zusammengefunden hat. Entstanden ist die Idee und der erste open:campus durch den Bildungsstreik 2009, aber in diesem Jahr soll es eine interessante Veranstaltung für alle werden und kein Streik. Unterstützt werden wir dabei von den Studentenräten an der TU Dresden und der Dresdner Hochschule für Technik und Wirtschaft.

Das diesjährige Motto lautet „Exzellenz und Kommunikation“. Eine Anspielung auf die Exzellenzinitiative?

Auf jeden Fall. Wir wollen dazu anregen, Hochschulpolitik nicht einfach zu akzeptieren, sondern über sie zu diskutieren und kritisch zu hinterfragen. Das Motto ist nur das Oberthema. Wenn jemand über Nichthochschulpolitisches oder Außeruniversitäres sprechen möchte, gehen wir gern darauf ein. Kommunikation bei uns verläuft auf Augenhöhe.

Was bietet open:campus den Studenten im Gegensatz zum ganz normalen Universitätsalltag?

Die Strukturen sind offen und nicht festgefahren. Bis auf bestimmte, bereits fest geplante Veranstaltungen wie etwa die Podiumsdiskussion sind wir sehr flexibel und wollen den Studenten Spielraum für ihre eigenen  Gestaltungsideen geben. Natürlich soll es immer auch um die Zukunft an der Hochschule gehen. „Was wünschen wir uns?“, „Wo wollen wir hin?“ Das sind dabei die ganz zentralen Fragen.

Zum Foto: Hofft auf gute Ideen beim offenen Campus: Janin Volkmann.
Foto: Amac Garbe

open:campus – Manege frei! Hör’ doch mal rein ins Campusradio Dresden