19. Sozialerhebung des DSW gibt neue Einblicke ins Portemonnaie
Von Antje Schöne
Ob jemand studiert oder nicht, hängt in Deutschland vom Bildungsstatus der Eltern ab, vor allem davon, ob sie selbst studiert haben.
Das ergibt die neue Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW). Von 100 Akademikerkindern studieren 71, von 100 Nichtakademikerkindern schaffen nur 24 den Sprung an die Hochschule.
Alle drei Jahre bildet die Sozialerhebung des DSW die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden ab. Im Sommer 2009 nahmen 16 370 Studierende von 210 Hochschulen teil. Das besondere an der aktuellen Erhebung: Zum ersten Mal sind viele Bachelor-Studenten dabei.
Wie die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge umgesetzt werden, hat viele Studenten auf die Straße getrieben: hohe zeitliche Belastungen, überfrachtete Studiengänge und wenig Durchlässigkeit sind große Kritikpunkte. Diese Kritik kann die 19. Sozialerhebung nur teilweise bestätigen. Bachelor-Studenten haben, Studienaufwand und Nebenjob zusammengenommen, eine 44-Stunden-Woche und liegen mit dieser zeitlichen Belastung im Mittelfeld, hinter Staatsexamen und Diplom. Trotzdem stufen 19 Prozent der Bachelor-Studenten die zeitliche Belastung während des Semesters als zu hoch ein.
Die Sozialstudie gibt außerdem an, dass Studenten 2009 durchschnittlich über 812 Euro im Monat verfügten. 812 Euro – schön wär’s, denkt sich jetzt wohl der eine oder andere. Dieser Durchschnittswert ergibt sich durch weit auseinanderliegende Monatsbudgets.
Während 17 Prozent der Studenten mehr als 1000 Euro zur Verfügung haben, muss ein Viertel der Studentenschaft mit weniger als dem BAföG-Höchstsatz von 648 Euro auskommen. Zugleich stiegen seit 1991 auch die Miet- und Nebenkosten fortwährend. Gemessen an den Monatsmieten ist das Studium in München und Hamburg am teuersten. Die günstigsten sind – aufgepasst – Dresden und Chemnitz.
Zur Kari: Glücklich ist der Student, der genügend Geld hat …
Kari: Norbert Scholz
STUDIENFAKTEN.
- Was? Die Studie erfasst in einem repräsentativen Querschnitt die wirtschaftliche und soziale Lage derer Studenten, die an einer Hochschule in Deutschland immatrikuliert sind.
- Wer? Durchgeführt wird die Befragung vom Hochschul-Informations-System (HIS). Auftraggeber ist das Deutsche Studentenwerk (DWS) mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
- Wann? Die Sozialerhebung wurde bereits 1951 erstmalig durchgeführt und findet nun alle drei Jahre statt. Die aktuellen Daten wurden 2009 erhoben.
- Netzinfo: www.sozialerhebung.de